Sony-Chef entschuldigt sich für aggressiven Kopierschutz

27. März 2006, 15:09
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"Inhalte und Technologie sind merkwürdige Bettgenossen"

Der Chef des Unterhaltungselektronikkonzerns Sony, Howard Stringer, hat sich für den aggressiven Kopierschutz des Musiklabels Sony BMG entschuldigt. "Sony BMG hatte nicht die Absicht, den Konsumenten zu bestrafen", sagte Stringer auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas.

Kopierschutzprogramme

Das Label hatte einzelne Musik-CDs mit Kopierschutzprogrammen ausgestattet, die sich wie Computerviren auf den PCs der Kunden einnisten konnten und die Rechner Sicherheitsrisiken aus dem Internet aussetzten. Nach massiver Kritik der Kunden und verschiedenen Klagen hatte Sony BMG von dem Vorgehen Abstand genommen und einzelne Kunden entschädigt.

"Inhalte und Technologie sind merkwürdige Bettgenossen"

"Inhalte und Technologie sind merkwürdige Bettgenossen", sagte Stringer weiter. "Wir hängen zusammen. Und manchmal verstehen wir uns nicht. Aber ist das nicht letztlich die Definition einer Ehe?", sagte der Sony-Chef unter dem Lachen des Messepublikums.

Selbstkritik bei Sony-BMG

Mit einer selbstkritischen Äußerung hatte sich schon Sony-BMG-Manager Thomas Hesse zu Wort gemeldet. Demnach würden die Kopierschutzmaßnahmen für CDs überdacht, allerdings sei es noch zu früh, die Ergebnisse dieser "Re-Evaluation" zu veröffentlichen, sagte Hesse gegenüber BBC Online. Damit vollzog er eine Wende, zuvor gab er sich alles andere als schuldbewusst.

So sagt er in einem Interview: "Ich glaube die meisten Menschen wissen gar nicht was ein Rootkit ist, warum sollen sie sich also darum kümmern?"

Blamage

Einsichtiger zeigte sich hingegen Soby-BMG Europa-Chef Maarten Steinkamp im Interview mit der "Welt". Ihm zu folge habe man sich "nicht nur ziemlich, sondern sehr blamiert" (Der WebStandard berichtete).

Allerdings zeigte er sich davon überzeugt, dass "der Ansatz, die freie Verfügbarkeit unserer Musik auf irgendeine Art und Weise regulieren zu wollen, genau richtig" ist.(Apa/red)

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    Der Chef des Unterhaltungs- elektronikkonzerns Sony, Howard Stringer, hat sich für den aggressiven Kopierschutz des Musiklabels Sony BMG entschuldigt.

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