Des einen Freud´, des anderen Leid´

13. Mai 2006, 19:10
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Nach heftigen Schneefällen versinkt Salzburg im Schnee. Chaotische Straßenverhältnisse ärgern die einen, über tolle Skipisten freuen sich die anderen.

Der ÖAMTC rät allen Autofahrern, nur dringend nötige Fahrten zu machen. "Die Fahrbahnen sind spiegelglatt und sehr rutschig. Wer unbedingt fahren muss, sollte dies langsam tun," sagt Peter Schmid vom technischen Dienst des ÖAMTC. Auch ist die Mitnahme von Winterreifen unbedingt nötig, vor allem bei Fahrten in die Gebirgsgaue. Besonders betroffen sind die A 10, die Tauernautobahn, und die B 311, die Pinzgauer Bundesstraße. Hier kommt man nur im Schritttempo voran.

Schnee auf Dächern

Landesrat Sepp Eisl warnt von Gefahren durch die dicke Schneedecke auf Dächern. Besonders der nasse Schnee, der in den letzten 24 Stunden gefallen ist, belastet die Gebäude sehr. "Rechtzeitiges Abtragen der Schneelasten verhindert Schäden. Schäden verhindern ist besser als eingetretene Schäden aufwändig zu sanieren," sagt Eisl. Diese Arbeiten sollten aber nur gesichert durchgeführt werden. "Wer nicht in der Lage ist, diese Arbeiten selbst durchzuführen, soll fachkundige Hilfe in Anspruch nehmen," so Eisl weiter.

Es wird eng

Auch die Räumfahrzeuge des Bauhofes der Stadt Salzburg sind im Großeinsatz. 120 Mann versuchen mit Hilfe von 40 Schneepflügen die Neuschneemassen in den Griff zu bekommen. Langsam wird der Platz eng und die Einsatzkräfte wissen kaum noch, wohin sie den Schnee schieben sollen. Die Leistungsgrenze des städtischen Winterdienstes sei aber noch nicht erreicht, ein bis eineinhalb Tage könne es schon noch so weiterschneien, meint Bauhofleiter Michael Wanner.

Weiterhin Schneefall

In den nächsten Tagen werden weiter dichte Wolken und Schneefälle erwartet, die Temperaturen bleiben tief winterlich. Der Salzburger Lawinenwarndienst meldet erhebliche Schneebrettgefahr oberhalb von 2000 Metern, auch Selbstentladungen seien möglich. Im gesamten Bundesland gibt es Lawinenwarnstufe 3, das bedeutet Gefahr einer Lawinenauslösung bereits bei geringer Belastung. Gerade bei Stufe 3 werden die Gefahren am meisten unterschätzt und passieren die meisten Unfälle, so Michael Burtschek von der Wetterdienststelle Salzburg.

Freude in Skigebieten

In den Skigebieten freut man sich über den vielen Schnee. Annaberg, Filzmoos und Bad Hofgastein melden 160 cm Schnee am Berg, in Dorfgastein sind es sogar 180 cm. Die Abfahrt bis ins Tal ist überall möglich. Hat man also das Verkehrschaos überstanden, steht dem Pistenspaß nichts mehr im Wege! (hol)
Alle Beiträge der Salzburg-Seiten von derStandard.at werden von Teilnehmern der Online-Lehrredaktion der Abteilung Journalistik an der Uni Salzburg in eigener Verantwortung erstellt.

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    johanna holzmann
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