Champagner-Sprache

30. Dezember 2005, 22:58
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Was man auf Etiketten so alles finden kann

Blanc de Blancs wörtlich „Weißes aus Weißen“,
... steht für Champagner, der aus ausschließlich aus Chardonnay hergestellt wurde. Chardonnay bringt Finesse, Struktur und ganz feine an Blüten erinnernde Noten in den Champagner, kann auch wie Brioche oder Toast schmecken, je nach Ausbaustil.

Blanc de Noirs

... Weißer Champagner, der aus den roten Sorten, oft auch nur aus einer vornehmlich Pinot Noir, hergestellt wurde, die wenn man sie nicht auf der Maische, sprich den Beerenhäuten, stehen lässt auch keine Farbe annehmen. Pinot Noir hat rotbeerige Fruchtaromen wie rote Ribisel oder Himbeeren, Pinot Meunier ist weich und fruchtig und wird einem Cuvée meist zum Abrunden beigegeben. D.h. ersteht man einen Blanc de Noirs, sollte der eher auf der fruchtigen Seite angesiedelt sein.

brut nature (dosage zéro, pas dosé), extra brut, brut, extra dry, sec, demi-sec, doux
... der Süßegrad bei Champagner, der durch die Fülldosage (Liqueur d’expédition) definiert wird : brut nature ist die trockenste Stufe, doux die süßeste; ein klassischer Champager ohne Jahrgang oder sonstige nähere Definition ist sehr oft brut, d.h. ihm wurden bis maximal 15 Gramm pro Liter Zucker beigegeben. « brut nature », « dosage zéro » oder « pas dosé » bedeutet weniger als 3 g/l; extra brut bis 6 g/l; extra dry 12 bis 20 g/l; sec 17 bis 35 g/l; demi-sec 33 bis 50 g/l; doux mehr als 50 g/l.

Champagner
Schaumwein, der in der Champagne in Nordfrankreich – und nur dort - ausschließlich aus den Rebsorten Chardonnay, Pinot Noir und/oder Pinot Meunier - entweder aus einer, zweien oder allen dreien (Assemblage) - nach der Champagnermethode (zweite Gärung in der Flasche) hergestellt wird.

Kommt er von anderswo, muss er auch anders heißen, aber kann durchaus nach der traditionellen Methode hergestellt sein, vielleicht mit anderen Lagerzeiten auf der Hefe wie z.B. Cava (Spanien), „Crémant“ plus einem Regionsnamen z.B. Crémant de Bourgogne, de Loire, d’Alsace (aus Frankreich, nicht aus der Champagne, aber nach der traditionellen Methode), Franciacorta (aus Chardonnay, Pinot Noir, Pinot Blanc und etwas Pinot Gris, wird auch nach derselben Methode hergestellt und kommt aus der Lombardei),

Champagner darf übrigens nur in verkorkten Flaschen das Gebiet verlassen.

Epernay, Ay, Reims, Bouzy
Bekannteste Champagner-Orte, bei weitem nicht alle.

Premier bzw. Grand Cru
Die Weingärten in der Champagne werden vom Comité Interprofessionel du Vin de Champagne je nach Qualität klassifiziert, d.h. die hochwertigsten sind Grand-Cru-Lagen. Wenn also jemand Premier Cru auf dem Etikett stehen hat, bedeutet dies, dass dieses Champagnerhaus ausschließlich Lagen in Premier Cru Lagen hat oder, dass dieser Champagner nur aus Trauben von Premier-Cru-Lagen hergestellt wurde.

Rebsorten
Drei Sorten sind zugelassen, die alle ihre Meriten in den Verschnitt (die Assemblage) einbringen: Chardonnay ist Stoff und Mineralik, Pinot Noir ist Frucht und Pinot Meunier rundet das ganze ab.

Millésimé
War ein Jahr besonders herausragend in seiner Qualität, will man diese Charakteristik auch in die Flasche bringen. Und genau dann entstehen Jahrgangschampagner (Millésimé), die Entscheidung darüber trifft jedes Haus individuell. Er muss nicht mit dem Prestige-Cuvée ident sein und muss zu 85 Prozent Wein jenes Jahrgangs enthalten, der am Kork eingebrannt ist. Bekannt auch unter der englischen Bezeichnung „Vintage“

Cuvée de Prestige
... sind die Topprodukte eines Hauses, denen Phantasienamen verpasst werden wie Grande Cuvée (Krug), Grande Année (Bollinger), Comtes de Champagner (Taittinger), Cristal (Roederer) oder das vielleicht bekannteste von allen Dom Pérignon von Moet & Chandon, James Bond sei dank.

Von
Luzia Schrampf
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