Siedler sollen palästinensische Olivenhaine zerstört haben

2. Jänner 2006, 06:58
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Untersuchung angeordnet - Verteidigungsminister Mofaz spricht von Skandal

Tel Aviv - Der israelische Verteidigungsminister Shaul Mofaz hat die Zerstörung von Olivenbäumen in palästinensischem Besitz durch israelische Siedler als Skandal bezeichnet. Zugleich kündigte er eine offizielle Untersuchung durch den Inlandsgeheimdienst Shin Beth, die Armee und Polizeiführung an, berichtete am Freitag der israelische Rundfunk.

Nach Medienberichten von Ende November hatten Siedler des "Außenpostens" Alon More etwa 200 Olivenbäume aus der Erde gerissen, die von den Bewohnern des Dorfes Salem im nördlichen Westjordanland angepflanzt worden waren. Für die palästinensische Landbevölkerung ist der Ölbaum Hauptverdienstquelle. Viele Familien leben ausschließlich vom Ertrag der Olivenernte im Herbst.

Sechs ähnliche Aktionen

Nach Angaben der israelischen Menschenrechtsgruppe B'Tselem hat es in den vergangenen zwei Monaten sechs ähnliche Zerstörungsaktionen von Siedlern in zwei Dörfern bei Nablus gegeben. Auch palästinensische Einwohner des Dorfes Salem hatten berichtetet, bereits vor einem Monat seien in der Gegend mehrere hundert Bäume von Siedlern zerstört worden.

Während der vor fünf Jahren begonnenen Intifada hatte die israelische Armee im Westjordanland systematisch Olivenhaine in palästinensischem Besitz zerstört. Sie rechtfertigte das damit, dass militante Palästinenser diese als Unterschlupf und zu Anschlägen auf Soldaten und Siedler nutzten.

Israel soll nach der vom Nahost-"Quartett" (USA, EU, UNO, Russland) ausgearbeiteten Roadmap Dutzende von illegalen "Vorposten" im Westjordanland entfernen. Im Vorjahr hatte die israelische Regierung im Widerspruch zu dem Friedens-Fahrplan die "Legalisierung" solcher Kleinsiedlungen angekündigt. (APA/dpa)

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