Nachlese: Bittere Pille für Mobilkom - Serbien entzieht Mobtel die Lizenz

9. März 2006, 19:06
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Streit um Eigentumsverhältnisse zwischen Belgrader Regierung und österreichischen Investoren Schlaff, Taus und Cordt eskaliert

Belgrad/Wien - Schlechte Nachrichten für die Expansionspläne der Mobilkom Austria in Serbien: Seit Monaten ringt sie um einen Einstieg beim größten serbischen Mobilfunkbetreiber Mobtel. Am Donnerstag ist nun der Streit zwischen den bisherigen Eigentümern, dem serbischen Staat und den österreichischen Investoren Schlaff, Taus und Cordt, eskaliert. Die Regierung hat der Mobtel heute die Lizenz entzogen.

Grund sei, dass Mobtel rechtswidrig einen Vertrag mit einer Firma in der abtrünnigen Provinz Kosovo abgeschlossen habe, teilte die Regierung am Donnerstagnachmittag laut dpa in Belgrad mit. Die österreichischen Aktienbesitzer, die nach eigenen Angaben die Mehrheit der Mobtel-Anteile von der serbischen Millionärsfamilie Karic abgekauft haben und später an die Telekom Austria-Tochter Mobilkom weiter verkaufen wollten, kündigten umgehend eine Klage an.

Die Besitzverhältnisse in der Firma sind schon seit dem Einstieg des Konsortiums im Mai dieses Jahres unklar, da auch der serbische Staat behauptet, Mehrheitsaktionär zu sein. Ein internationales Schiedsgericht in Zürich soll über den Streit entscheiden.

Funkstille wird den serbischen Mobilfunkkunden trotz des Lizenzverlusts zunächst dennoch nicht drohen: Die Regierung wolle Maßnahmen unternehmen, damit die Mobtel-Kunden ungestört alle Dienste weiter benutzen können, hieß es in Belgrad. (APA)

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