Spanien: Wiener als mutmaßlicher Auto-Betrüger festgenommen

30. Dezember 2005, 13:52
posten

Zielfahnder verfolgten Spur des 48-Jährigen seit Monaten

Wien/Hanau/Frankfurt/Main - Die Polizei hat an der spanischen Costa del Sol einen Österreicher als mutmaßlichen Betrüger festgenommen. Der gebürtige Wiener soll als Geschäftsführer ein Autohaus in der Nähe von Hanau im deutschen Bundesland Hessen in den Ruin getrieben haben. Deutsche Zielfahnder waren dem seit Mai dieses Jahres untergetauchten 48-Jährigen monatelang auf den Fersen.

Der Mann steht im Verdacht, mit 21 US-Luxuslimousinen auf eigene Rechnung gehandelt zu haben. Ihm wird vorgeworfen, amerikanische Fahrzeuge wie Cadillacs und Chevrolets an seiner Firma vorbei verkauft zu haben. Zudem werde wegen Unterschlagung von Firmengeldern und Insolvenzdelikten ermittelt. Der Gesamtschaden rund um den Konkurs des Unternehmens wird mit knapp einer Million Euro angenommen.

Auch die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main interessiert sich für den Wiener wegen Verbindungen zu Kunsthehlern. Dabei geht es um den spektakulären Raub von drei Gemälden aus einer Kunsthalle 1994: Im Autohaus des Mannes wuden angeblich über Jahre hinweg im Auftrag einer jugoslawischen Mafiagruppe ein Gemälde von William Turner und Caspar David Friedrich versteckt worden.

Der Wiener hatte sich im Mai abgesetzt. "Erst hat sich die Spur verloren, dann gab es Hinweise nach Südamerika. Unsere Zielfahnder waren an ihm dran", sagte Bannach. In Spanien dürfte er sich noch nicht lange aufgehalten haben. Deutschland bemüht sich jetzt um die Auslieferung des Wieners. Oberstaatsanwalt Bannach hält eine Überstellung im Jänner für möglich.

Die Polizei verdächtigt auch einen aus Wien befreundeten Mechaniker, die Gemälde auf eigene Rechnung an die Tate Gallery beziehungsweise an einen Rechtsanwalt in Frankfurt verkauft zu haben. Die beiden gelten als Randfiguren der Frankfurter Unterwelt und sind flüchtig. (APA)

Share if you care.