Schweiz liefert Adamow nicht an USA, sondern an Russland aus

30. Dezember 2005, 15:35
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Früherer russischer Atomminister war am 2. Mai in Bern verhaftet worden

Lausanne - Der frühere russische Atomminister Jewgeni Adamow wird von der Schweiz nicht an die USA, sondern an Russland ausgeliefert. Dies entschied das Bundesgericht in Lausanne am Donnerstag. Es begründete dies damit, dass bei konkurrierenden Auslieferungsgesuchen der Schwerpunkt des Falles zu bestimmen sei. Dieser liege im vorliegenden Fall in Russland und nicht in den USA.

Das Berner Justizministerium hatte eine Auslieferung Adamows nach Russland bereits am vergangenen 25. August bewilligt, nachdem sich der 66-Jährige damit einverstanden erklärt hatte. Sie wurde aber nicht vollzogen, weil die USA ihr Gesuch nicht zurückzogen. Im Oktober entschied sich das Ministerium dann für eine Auslieferung an die USA, was scharfe Proteste aus Moskau auslöste.

Adamow war am vergangenen 2. Mai auf Grund eines US-Haftbefehls in Bern verhaftet worden, als er in einem Strafverfahren wegen Geldwäscherei gegen seine in der Schweiz lebende Tochter als Auskunftsperson aussagte. Die USA werfen dem Exatomminister vor, über neun Millionen Dollar unterschlagen zu haben, die für die Erhöhung der nuklearen Sicherheit Russlands bestimmt waren. (APA/AP)

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