Im Gas-Streit zwischen Ukraine und Russland wird weiterverhandelt

29. Dezember 2005, 15:22
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Unter wachsendem Zeitdruck haben die Ukraine und Russland heute Verhandlungen über den Preis für Gaslieferungen aufgenommen - MOL fordert Liefergarantien von Gazprom

Budapest - Vor dem Hintergrund des ukrainisch-russischen Streits um Gaslieferungen sind die Botschafter beider Staaten am heutigen Donnerstag ins ungarische Außenministerium beordert worden. Bei der Begegnung mit den Botschaftern soll die Frage der Absicherung der ungarischen Erdgas-Versorgung erörtert werden, meldete die ungarische Nachrichtenagentur MTI. Der russische Gasproduzent Gazprom will den Gaspreis für die Ukraine auf Weltmarktniveau anheben, wogegen sich Kiew unter anderem mit einer Blockade der durch sein Staatsgebiet nach Mitteleuropa führenden Gaspipeline wehren möchte.

Wie der ungarische Wirtschafts- und Verkehrsminister Janos Koka erklärte, ist die Versorgung der ungarischen Haushalte mit Erdgas gesichert. Zudem verhandle man derzeit ständig mit den Partnern, um Auswirkungen des Streits auf Ungarn zu verhindern.

Vier Fünftel der russischen Gasexporte kommen über die Ukraine nach Europa, sagte Koka. Gazprom hätte die ungarische Erdölgesellschaft MOL über mangelnde Garantien dafür informiert, dass der ukrainische Partner die Erdgaslieferungen vollständig bis an die ukrainisch-ungarische Grenze transportiere, obwohl an der russisch-ukrainischen Grenze die vertragliche Menge übergeben werde. Auf der Grundlage des MOL-Vertrages garantiert der russische Partner den Erdgastransport bis an die ukrainisch-ungarische Grenze. In einem Antwortschreiben ersuchte MOL den russischen Partner um unveränderte Liefergarantien, sagte Koka. (APA)

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