Siesta in Spanien wird verkürzt

29. Dezember 2005, 12:13
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Neues Gesetz soll Vereinbarkeit von Beruf und Familie erleichtern, zumindest für BeamtInnen

Madrid - Täglich zwei Stunden Mittagspause mit Zeit für ein leckeres Essen mit gutem Wein? Was für viele EuropäerInnen verlockend klingen mag, würden viele spanische Angestellte gerne abschaffen: die überlange Siesta, die den Arbeitstag bis in den späten Abend hinein verlängert. Die Regierung will das jetzt ändern und bietet zumindest den BeamtInnen an, ihre Pausen zu verkürzen, um so früher zu Hause bei der Familie zu sein.

Üblicherweise arbeiten spanische Beamte von 9.00 Uhr bis 14.00 Uhr und kehren gegen 16.30 Uhr an den Arbeitsplatz zurück, um weitere drei Stunden zu arbeiten. Wer auch noch pendelt, ist leicht zwölf Stunden oder mehr jeden Tag von der Familie getrennt.

Wochenarbeitszeit unverändert

Nach dem neuen Gesetz, das am Dienstag in Kraft trat, schließen die spanischen Ministerien jetzt um 18.00 Uhr. Die BeamtInnen können künftig ihre Pausen verkürzen, solange sie die vorgegebene Wochenarbeitszeit einhalten, die zwischen 37,5 und 40 Stunden liegt.

Viele ArbeitnehmerInnen in Spanien habe lange Mittagspausen, die ursprünglich für ein kleines Nickerchen, die so genannte Siesta, gedacht waren. Umfragen zufolge leben allerdings die Menschen meist so weit von ihren Arbeitsplätzen entfernt, dass sich die Fahrt nach Hause nicht lohnt. (APA/AP)

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