Osthoff: Zarqawi steckte hinter der Entführung

30. Dezember 2005, 15:00
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Deutsche Geisel war während ihrer Gefangenschaft "teilweise gefesselt" - Osthoff: "Man steht ständig vor dem Tod"

Mainz - Hinter der Entführung von Susanne Osthoff hat nach ihrer Aussage eine Gruppierung des jordanischen Topterroristen Abu Musab al-Zarqawi gesteckt. Das sagte die vor eineinhalb Wochen freigelassene deutsche Archäologin in einem ZDF-Interview, dessen Wortlaut der Sender am Mittwoch der dpa zur Verfügung stellte.

Auf die Frage, ob sie gewusst habe, wer ihre Entführer im Irak gewesen seien, antwortete die 43-Jährige: "Ich wurde ganz korrekt informiert, um wen es sich handelt. Nämlich eine Gruppierung der Gruppierung Abu Musab al-Zarqawi." Der Jordanier soll hinter zahlreichen blutigen Anschlägen des Terrornetzes Al-Kaida vor allem im Irak stecken. Er wird von Interpol mit internationalem Haftbefehl gesucht.

Zu der Bedrohung während ihrer gut dreiwöchigen Entführung sagte Osthoff: "Da hat man gar kein Gefühl mehr, weil man nämlich ständig kurz vor dem Tod steht." Sie sei "teilweise gefesselt" gewesen. "Wenn es in Arabien keine Gnade gäbe, wäre ich im Kofferraum (des Autos ihrer Entführer) nach einer Stunde schon eliminiert worden und dann in den Kanal daneben reingeschmissen worden", berichtete die Ex- Geisel. Bei ihrer Entführung habe es sich um einen "Verkauf" gehandelt. Details dazu nannte sie nicht. (APA/dpa)

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"... war ich nicht freier Mensch"
Das ZDF-Interview mit Susanne Osthoff im Wortlaut

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    Die deutsche Ex-Geisel Susanne Osthoff verschleiert in einem Studio des arabischen Nachrichtensenders Al-Jazeera in Doha beim ZDF-Interview.

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