Rom: 9.000 antike Schätze bei Pensionist beschlagnahmt

29. Dezember 2005, 16:50
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74-Jähriger betrieb Handel mit gestohlenen Gegenständen aus der Zeit der Etrusker und Römer

Rom - Im Haus eines 74-Jährigen hat die italienische Polizei rund 9.000 gestohlene antike Objekte aus der Zeit der Etrusker und Römer beschlagnahmt. Der Mann habe regelmäßig Gegenstände auf dem Flohmarkt Porta Portese in der italienischen Hauptstadt feilgeboten, teilte die Polizei mit.

Der Pensionist sei in der Nacht auf Montag ins Visier der Beamten geraten. Nachdem sie in seinem Auto drei Säcke voller Antiquitäten fanden, durchsuchten sie sein Haus und stießen dort auf die außergewöhnliche Sammlung.

Neben einem Labor zur Reinigung und Aufarbeitung historischer Artefakte fanden die Beamten Unmengen an Terrakotta-Vasen, Amphoren, Masken, Lehm- und Bronzestatuen sowie Teilen von Marmorsäulen. Zudem habe auch eine klassische Grabräuber-Ausrüstung mit drei Metalldetektoren bereit gelegen. Insgesamt wurden 8.972 Gegenstände beschlagnahmt.

Die italienische Polizei geht jetzt entschieden gegen Grabräuber vor, die jahrhundertelang nahezu unbehelligt ihrer Tätigkeit nachgehen konnten. Regelmäßig wurden auch einige der bekanntesten archäologischen Grabungsstätten des Landes geplündert.

In Rom läuft derzeit ein Gerichtsverfahren gegen einen früheren Kurator des J. Paul Getty Museums in Los Angeles, der vorsätzlich in Italien gestohlene Antiquitäten gekauft oder diese wissentlich angenommen haben soll. (APA)

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