Sechs Jahre eingesperrt: Türkin aus Haus ihres Vaters befreit

29. Dezember 2005, 16:51
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35-Jährige lebte in dunklem Raum ohne Kontakt zur Außenwelt

Ankara - Nach sechs Jahren ist eine Türkin aus dem Haus ihres Vaters befreit worden. Während der gesamten Zeit hatte die Frau keinen Kontakt zur Außenwelt. Nachbarn gaben einer örtlichen Frauenrechtsgruppe den Hinweis, der zur Befreiung führte. Die 35-Jährige wurde mit gefesselten Händen in einem verdunkelten Raum gefunden. Die Frau wurde zur psychiatrischen Behandlung in ein Krankenhaus gebracht.

Den Angaben zufolge wurde die Frau 1999 aus unbekannten Gründen von ihrem Mann in das Haus ihres Vaters geschickt, der sie dann einsperrte. Der Mann hatte sie als Zweitfrau genommen. Obwohl die türkischen Gesetze die Polygamie untersagen, handelt es sich um eine weit verbreitete Praxis im Südosten der Türkei. Der Hof des Vaters liegt in Yüksekova im äußersten Südosten der Türkei. Die überwiegend von Kurden bewohnte und ärmliche Gegend gilt als sehr konservativ.(APA)

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