EU-Plakate: Aufregung um Bush als Pornostar

29. Dezember 2005, 17:14
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Drei von 150 Sujets verbinden nackte Haut, Staatsmänner-Masken und Europa-Motive - Kanzleramt: Keine Förderung mit Steuergeld

Wien - Einen unerwartet hohen Bekanntheitsgrad hat am Mittwoch eine EU-Plakatkampagne erfahren. Nachdem sich die "Kronen Zeitung" über die Plakatsujets mit Sex-Szenen empörte, sprangen Politiker von FPÖ und SPÖ bei und forderten die Einstellung der Kampagne.

Projektreihe zum Jubiläumsjahr

Auf den Plakaten sind drei nackte Darsteller mit Masken von Georg W. Bush, der britischen Queen Elizabeth und Jacques Chirac in eindeutigen Posen bzw. der Unterleib einer nur mit einem blauen Slip mit den EU-Sternen bekleideten Frau zu sehen. Die Sujets - insgesamt gibt es 150 EU-Motive - bilden den abschließenden Europa-Schwerpunkt von "25 Peaces", einer Projektreihe zum Jubiläumsjahr 2005.

Strache: "Gruppensex-Phantasien"

Die umstrittenen Plakate wenden sich "konkret gegen die Globalisierung, das andere ironisiert die EU", wie das Team der "25 Peaces" um Wolfgang Lorenz und Georg Springer betonte. Die Politiker sahen die Sache freilich anders: FP-Chef Heinz-Christian Strache ortete "Gruppensex-Phantasien", sein Salzburger Parteikollege Karl Schnell forderte die Entlassung der Verantwortlichen.

In die selbe Kerbe wie die FPÖ schlug die SPÖ: Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos wollte zwar grundsätzlich nicht gegen die Freiheit der Kunst sein, kritisierte aber, dass es für die Projektreihe eine Förderung von einer Million Euro durch das Kanzleramt gab. Die Zweite Nationalrats-Präsidentin und SPÖ-Frauenvorsitzende Barbara Prammer ergänzte: "Frauen werden auf Plakaten in sexistischer, herabwürdigender Weise öffentlich zur Schau gestellt und die Staatsoberhäupter Chirac, Bush und die englische Queen werden in an Geschmacklosigkeit nicht zu überbietender Weise desavouiert."

Das Kanzleramt distanzierte sich sicherheitshalber auch von der Kampagne. Es handle sich um ein "unabhängiges Kunstprojekt", Kanzler Wolfgang Schüssel habe die Sujets vorher nicht gekannt, betonte seine Sprecherin. (APA)

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    Die EU-Plakate der Kulturinitiative "euroPART" sorgen für erhabliche Aufregung.

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