Armee: Opfer bei Raketen-Angriffen der Hisbollah auf Israel

29. Dezember 2005, 16:12
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Nordisraelische Stadt Kirjat Shemona war Ziel der Angriffe - Israel macht libanesische Regierung verantwortlich

Jerusalem - Die radikale libanesische Hisbollah hat nach Angaben der israelischen Armee am Dienstag zwei Katjuscha-Raketen und Granaten auf Nordisrael abgefeuert. Bei den Angriffen habe es Opfer gegeben. Fünf Personen sollen verletzt worden sein. Nähere Angaben dazu machte das Militär jedoch nicht.

Einem israelischen Sicherheitsvertreter zufolge war die Stadt Kirjat Shemona Ziel des Angriffs. Wie der Rettungsdienst Saka mitteilte, schlug eine Rakete in ein Gebäude der Stadt ein. Granatengeschosse seien wohl auf die Stadt Shlomi abgefeuert worden, sagte der Sicherheitsvertreter.

Israel macht libanesische Regierung verantwortlich

Israel macht die libanesische Regierung für die jüngsten Raketenangriffe auf israelisches Territorium, bei denen fünf Israelis verletzt worden sind, voll verantwortlich. Der Befehlshaber des nördlichen Militärbezirks, General Udi Adam, erklärte am Mittwoch im israelischen Rundfunk, der Libanon sei laut UNO-Resolutionen verpflichtet, seine regulären Streitkräfte im Süden des Landes bis an die Grenze Israels zu stationieren und alle Freischärlerangriffe zu unterbinden. Die libanesische Regierung werde daher voll zur Verantwortung gezogen.

Nachdem die israelische Armee im Jahr 2000 aus dem Südlibanon abgezogen war, hatte die schiitische Hisbollah-Miliz die Kontrolle über die geräumten Gebiete übernommen.

Kampfflugzeuge der israelischen Luftwaffe haben am frühen Mittwochmorgen wieder Ziele im Libanon angegriffen. Wie die israelische Armee mitteilte, war das Ziel eine Ausbildungseinrichtung einer militanten palästinensischen Splittergruppe südlich von Beirut. Der Luftangriff erfolgte nur wenige Stunden, nachdem vom Südlibanon aus Raketen auf Israel abgefeuert worden waren.

Nach Angaben des israelischen Verteidigungsministeriums gehört das angegriffene Trainingslager der von Ahmed Jibril angeführten und von Syrien unterstützten "Volksfront für die Befreiung Palästinas/Generalkommando" (PFLP-GC). Diese Gruppierung spaltete sich von der marxistischen PFLP ab und wurde bereits 1974 aus der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) ausgeschlossen. Es gebe Beweise, dass die PFLP-GC für den Raketenangriff auf Nordisrael verantwortlich sei, teilte die israelische Armee mit. Bei dem Beschuss mit Katjuscha-Rakten vom Libanon aus waren in der Ortschaft Kiryat Shmona mehrere Häuser beschädigt worden.

Zwei radikale Palästinenser verletzt

Bei israelischen Luftangriffen auf den Libanon sind mindestens zwei palästinensische Mitglieder der radikalen Splittergruppe "Volksfront für die Befreiung Palästinas/Generalkommando" (PFLP-GC) von Ahmed Jibril verletzt worden. Die beiden Palästinenser wurden nach Angaben eines PFLP-GC-Sprechers leicht verwundet, als in der Nacht auf Mittwoch eine Rakete in eine Stellung der von Syrien unterstützten Organisation, die 1974 aus der PLO ausgeschlossen wurde, südlich von Beirut einschlug. Die PFLP-GC unterhält drei militärische Stützpunkte im Libanon.

Der israelische Militärkommandant für den nördlichen Wehrbezirk, General Udi Adam, machte die libanesische Regierung für die von libanesischem Territorium aus geführten Raketenangriffe auf israelisches Gebiet verantwortlich. Der israelische Angriff auf Naame sei "eine Warnung". Adam rief den Libanon auf, Soldaten im Süden des Landes zu stationieren, "um zu zeigen, dass er dort der Souverän ist". (APA/Reuters)

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