Sprengversuche enden immer öfter im Spital

28. Dezember 2005, 19:56
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Mehr als 200 Kinder werden an jedem Neujahrstag in heimische Notaufnahmen gebracht

Wien – Eine tiefe Riss- Quetsch-Wunde an der rechten Hand, Verbrennungen an Brust und Hals: So endete für einen 13-jährigen Vorarlberger am Stefanitag ein riskantes Experiment mit einer Silvesterrakete. Der Bub hatte von einem Freund den Feuerwerkskörper geschenkt bekommen und versucht, ihn hinter einer Wohnsiedlung in Hard zu zünden – während er ihn festhielt.

Dass Kinder nach einem großen Knall im Spital operiert werden müssen, ist kein Einzelfall. Mehr als 200 Kinder und Jugendliche werden in der Neujahrsnacht in die Notaufnahmen der österreichischen Krankenhäuser gebracht, rechnet Manfred Frey, Leiter der Abteilung für Wiederherstellende und Plastische Chirurgie im Wiener AKH, vor. Nach seinen Beobachtungen steigt vor allem die Zahl der verletzten Kinder.

Narkoserisiko durch Alkoholisierung

„Erschwerend kommt hinzu, dass viele Patienten alkoholisiert sind und dadurch das Narkoserisiko für die notwendige Operation steigt“, warnte der Mediziner am Dienstag in einer Aussendung. Von Verbrennungen über Knochenbrüche reicht das Verletzungsspektrum, immer wieder müssen die Ärzte aber auch Finger oder sogar die ganze Hand amputieren. Als Vorgeschichte sind immer wieder zwei Versionen zu hören: Entweder wurde ein Sprengkörper zu lange in der Hand gehalten – oder ein vermeintlicher Blindgänger aufgehoben, um ihn nochmals anzuzünden. (APA, moe, DER STANDARD Printausgabe, 28.12.2005)

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