Britische Kinder von Alkohol bedroht

29. Dezember 2005, 10:03
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Immer mehr in Spitalsbehandlung - Opposition kritisiert Aufhebung der Sperrstunde

London – Die Zahl britischer Kinder, die wegen Alkoholmissbrauchs in Krankenhausbehandlung kommen, hat ein Rekordniveau erreicht. In diesem und dem vergangenen Jahr seien 4809 Minderjährige betrunken eingeliefert worden. Dies entspreche einem Anstieg von 15 Prozent seit dem Amtsantritt von Premierminister Tony Blair 1997, berichtete die Londoner Zeitung The Daily Telegraph am Dienstag über Daten, die laut der liberaldemokratischen Partei aus dem Gesundheitsministerium stammen.

Auch bei Erwachsenen seien die Zahlen in die Höhe geschnellt: In den Jahren 1996 und 1997 seien noch 35.740 Erwachsene wegen Alkoholmissbrauchs ins Krankenhaus gekommen, in den Jahren 2004 und 2005 seien es insgesamt 46.299 gewesen – dies entspreche einem Anstieg von 30 Prozent, heißt es in dem Bericht.

"Binge drinking"

Die oppositionellen Liberaldemokraten im Unterhaus machen unter anderem die im November in Kraft getretene Aufhebung der Sperrstunde für den Anstieg verantwortlich. Zwei weitere Zeitungen, Daily Mail und The Times, führten die gleichen Zahlen an und verwiesen auf das in Großbritannien verbreitete „binge drinking“ als Ursache. Dabei lassen sich vor allem Jugendliche mit Alkohol volllaufen – mit dem einzigen Ziel, betrunken zu werden.

Außerdem verweisen die Kritiker darauf, dass die Aufhebung der Sperrstunde kaum von den Betreibern der gemütlichen Pubs beantragt worden sei, sondern von Chefs großer Diskotheken, die vornehmlich das Geschäft mit jugendlichen Trinkern suchten. (AFP, DER STANDARD Printausgabe, 28.12.2005)

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