Griechische Opposition will Klarheit über Geheimdienstaffäre

29. Dezember 2005, 09:44
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Agenten sollen Pakistanis entführt und verhört haben

Athen - Die griechische Opposition fordert umfassende Ermittlungen zu einem mutmaßlichen Entführungsfall unter Beteiligung griechischer und britischer Geheimdienstbeamter. Es gelte, einen Vertuschungsversuch auf höchster Ebene aufzudecken, erklärte Nikos Voutsis von der Koalition der Linken am Dienstag. Am Wochenende hatte eine Athener Zeitung die Namen von Personen veröffentlicht, die als ein britischer Agent sowie Mitglieder des griechischen Geheimdienstes bezeichnet wurden.

Diese sollen einen Tag nach den Londoner Bombenanschlägen vom 7. Juli 27 in Griechenland lebende Pakistaner verschleppt haben. Die Männer wurden dann nach eigenen Angaben mehrere Tage lang von britischen Beamten verhört. Die Anschlagsserie in der Londoner U-Bahn, der insgesamt 56 Menschen zum Opfer fielen, wurde nach britischen Erkenntnissen von Selbstmordattentätern pakistanischer Herkunft ausgeführt.

"Unmoralisch und illegal"

Der griechische Geheimdienst lehnte eine Stellungnahme zu dem Zeitungsbericht grundsätzlich ab. Die Gewerkschaft der Beschäftigten bei den griechischen Sicherheitsdiensten kritisierte die Veröffentlichung der Namen als "unmoralisch und illegal", weil dadurch Menschleben gefährdet würden.

Das britische Außenministerium erklärte, die Medien seien angehalten, Namen von Geheimdienstagenten niemals zu veröffentlichen. Zu dem konkreten Fall verwies eine Sprecherin auf Äußerungen von Ressortchef Jack Straw in der vergangenen Woche. Straw hatte die Vorwürfe als "kompletten Unsinn" bezeichnet. (APA/AP)

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