"Werden nicht wegziehen"

30. Dezember 2005, 15:24
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Kosovo-Serben protestieren nach neuerlichen Angriffen in Kosovska Mitrovica gegen Gewalt

Kosovska Mitrovica/Belgrad - Die Serben in der geteilten Kosovo-Stadt Kosovska Mitrovica haben am Dienstag ein Protestmeeting unter dem Slogan "Gegen den Terror und Gewalt an Serben" abgehalten. Anlass waren nach Angaben von Belgrader Medien zwei getrennte Angriffe in der Nacht auf Montag, bei denen zwei Serben im Nordteil der Stadt durch Schüsse schwer verletzt wurden. Die Botschaft der Serben beim Protestmeeting: "Wir werden nicht aus Kosovo und Metohija wegziehen".

Aufruf an internationale Gemeinschaft

Die internationale Gemeinschaft wurde aufgefordert, den Frieden zu sichern und die UNO-Resolution 1244 zu respektieren. In der Resolution 1244 wird die ausdrückliche Verpflichtung zur "Wahrung der Souveränität und territorialen Integrität Jugoslawiens" festgehalten. Dem Kosovo werden "substanzielle Autonomie und Selbstverwaltung" nach einer Periode internationaler Überwachung versprochen. Die Belgrader Regierung forderten die Protestierenden auf, Einheit bezüglich des Kosovo zu demonstrieren.

Neuerlicher Zwischenfall

Viele Serben sehen in den verstärkten Angriffen und Anschlägen der vergangenen Wochen Versuche der Albaner, auch die restlichen im Kosovo verbliebenen Serben dazu zu bewegen, die Provinz zu verlassen. Der Protest am Dienstag wurde vom Serbischen Nationalen Rat veranstaltet. Vladimir Rakic, Mitglied dieses Rates, erklärte, dass die Serben den Kosovo nicht hergeben würden - "auch wenn wieder auf uns geschossen wird". Die Serben im Kosovo müssten sich selbst organisieren und verteidigen, da die Kosovo-Institutionen dazu nicht in der Lage seien und dies gar nicht wollten.

Unterdessen kam es in Kosovska Mitrovica auch in der Nacht auf Dienstag zu einem Zwischenfall. Auf ein Wohnhaus im Nordteil der Stadt, wo mehrheitlich Serben leben, wurden mehrere Schüsse abgefeuert. Verletzte gab es nicht. (APA)

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