"Migranten tragen zum Wachstum bei"

27. Oktober 2006, 11:00
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Durch diverse Bildungsmaßnahmen sollen Migranten am Arbeitsmarkt besser Fuß fassen

Das seit Juli in Wien laufende berufliche Qualifikations- und Integrationsprojekt InterCulturExpress wurde vergangene Woche in Wien prominent beworben. Durch diverse Bildungsmaßnahmen sollen Migranten am heimischen Arbeitsmarkt besser Fuß fassen.

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Knapp 115.000 der 753.000 unselbstständig Beschäftigten in Wien waren im Jahr 2004 Ausländer - ein Anteil von 15,2 Prozent. Bei den Wiener Selbstständigen lag die Beteiligung Mitte 2005 bei 17 Prozent, und unter den 15.500 Lehrlingen der Bundeshauptstadt finden sich immerhin zehn Prozent Migranten.

"Sie tragen wesentlich zum Wachstum unserer Wirtschaft bei", fasste die Präsidentin der Wiener Wirtschaftskammer, Brigitte Jank, dies Mittwochvormittag bei einer Pressekonferenz zusammen.

Die berufliche Qualifizierung von Migranten und wie sie dadurch weiter in Wirtschaft und Gesellschaft involviert werden können, war Thema der Veranstaltung. Wobei sich Jank das Podi- um mit Integrationsstadträtin Sonja Wehsely und Sonja Sari, Koordinatorin von InterCulturExpress, teilte.

Ziel dieser "Entwicklungspartnerschaft" ist die rasche Förderung der beruflichen Qualifikation von Migranten, wie Sari betont: "Je länger man wartet, desto schwieriger wird die Eingliederung in den Arbeitsmarkt - verbunden mit finanziellen und psychischen Belastungen."

Zwei Jahre Laufzeit

So wurden sechs Projekte vorgestellt, die sich seit Juli 2005 (Laufzeit: Juni 2007) mit der Problematik beschäftigen:

Der Leuchtturm
macht Migranten zum Berufsorientierungs- oder Bildungstrainer.

Die Antenne
ist eine Maßnahme, um sprachliche Kompetenzen und selbstorientiertes Lernen zu fördern.

Mit Bimm
erhöht man die Chancen auf den beruflichen (Wieder-)Einstieg von Frauen durch Mentorinnen.

Die Ampel
zeigt Wege zur Anerkennung bereits vorhandener Qualifikationen.

Gender Map
gibt Migranten neben dem Filmprojekt "Migration und Gender" Hilfestellung für die Geschlechtergerechtigkeit.

Ponte
setzt schließlich auf die EDV-Basisqualifizierung.

Wehsely sicherte die Unterstützung der Stadt Wien "als strategische Partnerin" zu, relativierte aber "aus Ehrlichkeit", dass sie die vielen Migranten einschränkenden "bundesgesetzlichen Bestimmungen nicht ändern" könne. (DER STANDARD, Printausgabe vom 24./25./26.12.2005)

Von
Bernhard Madlener

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intercultur
express.at
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