Volksoper: Berger-Nachfolge soll bald ausgeschrieben werden

29. Dezember 2005, 01:55
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"Presse" schreibt über angeblichen Interimsdirektor und Zusammenlegung mit Staatsoper

Wien - Die Nachfolge von Rudolf Berger in der Volksoper Wien soll voraussichtlich im ersten Quartal 2006 ausgeschrieben werden. Dies wurde im Kunststaatssekretariat bekannt gegeben. Berger hatte erklärt, 2007 und damit ein Jahr vor Ablauf seines Vertrages das Haus am Gürtel verlassen zu wollen. Die laufenden Gespräche und Beratungen mit allen Beteiligten, die Kunststaatssekretär Franz Morak derzeit über die Volksoper führe, wollte man im Kunststaatssekretariat nicht kommentieren.

Interimsdirektor?

In einem Artikel in der Dienstagsausgabe der Tageszeitung "Die Presse" hieß es, dass es für die Volksoper einen aus Deutschland stammenden Interimsdirektor von 2007 bis 2010 geben solle, dann sollen Staats- und Volksoper fusioniert werden. Weiters soll Bundeskanzler Wolfgang Schüssel bei einem Gespräch mit der Gewerkschaft Kunst, Medien, Sport, Freie Berufe (KMSfB) auch für 2007 "wenig oder gar keine" Erhöhung der Bundestheatersubvention in Aussicht gestellt haben.

"Ich habe keine Ahnung, wer diese mystische Figur sein soll", sagte Bundestheaterchef Georg Springer über den namentlich nicht genannten Interimsdirektor. Auch dass die bereits zuvor angedachte Zusammenlegung der beiden Opernhäuser unter einer gemeinsamen Leitung nun konkret werden soll, halte er "für ein Gerücht, das ich weder bestätigen noch dementieren will".

Finanzielle Aspekte

Nur "unter der Annahme, dass das so gefallen ist", gab Springer seine Einschätzung zur angeblichen Nicht- oder Wenigerhöhung der Bundestheatersubvention auch im Jahr 2007 ab: "Mich würde es sehr verwundern. Es würde all dem, was uns in Aussicht gestellt wurde, widersprechen", so Springer.

Finanzministerium und der Bund als Eigentümer hätten die Erstellung einer konzernweiten Berechnung, bei der Gelder der Staatsoper und der Holding für die defizitären beiden weiteren Bühnen Volksoper und Burgtheater verwendet werden, und ein Zweijahresbudget gefordert. Dies sei erfüllt worden und in diesem Falle wurde "uns wiederholt 'frisches Geld' in Aussicht gestellt", so Springer. "Ich habe das als Versprechen, als Zusage verstanden. Anders kann es auch nicht weitergehen".

Bis zum Sommer 2007 (die Bundestheater-Geschäftsjahre laufen von September bis August, Anm.) schließen die Bundestheater mit einer "schwarzen Null". Danach "kommen die vier subventionierten Einzelgesellschaften und daher auch in der Gesamtbetrachtung der gesamte Konzern in die roten Zahlen". Darüber, wie hoch diese ausfallen würden, gebe es interne Berechnungen, die Springer auf Nachfrage jedoch nicht öffentlich machen wollte. "Bei allen weiteren Rationalisierungs- und Einsparungspotenzialen ist kein finanzielles Volumen lukrierbar, das den Betrieb aufrechterhalten könnte".(APA)

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