Montezemolo: "Zu lange Gauner gefördert"

30. Dezember 2005, 14:45
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Arbeitgeberchef übt harsche Kritik an Berlusconi

Rom - Gut drei Monate vor der Parlamentswahl in Italien hat der italienische Arbeitgeberchef Luca di Montezemolo harsche Kritik an Regierungschef Silvio Berlusconi geübt. In Italien würden "seit zu langer Zeit Gauner begnadigt und gefördert, die das Gesetz gebrochen haben, die keine Steuern gezahlt haben, die ohne Genehmigung gebaut haben, die Bilanzen gefälscht haben", schrieb Ferrari-Präsident Montezemolo in einem Kommentar für die Wirtschaftszeitung "Il Sole 24 Ore" vom Dienstag.

Wer dagegen arbeite, produziere und exportieren wolle, werde als Belastung dargestellt oder unter Druck gesetzt. Ein "neues Jahr des Nullwachstums, des Verlustes der Wettbewerbsfähigkeit und der Finanzskandale" sei die Folge.

"Die Besten, die Ehrlichsten und Kompetentesten"

"Für die kommenden Wahlen müssen wir die Besten, die Ehrlichsten und Kompetentesten aufstellen", forderte der Arbeitgeberchef. Das Land müsse wieder richtig regiert werden. Dies sei nicht gleichbedeutend damit, "nur möglichst lange im Amt zu bleiben, sondern heißt Entscheidungen zu treffen, die die Interessen der Allgemeinheit und nicht Partikularinteressen beinhalten".

Auch in der Opposition sehe er allerdings "bedauerlicherweise" niemanden, der diese Art der Regierungsfähigkeit mitbringe, klagte Montezemolo. Er spielte damit auf die Querelen innerhalb des Oppositionsbündnisses um Romano Prodi an. Berlusconi, der seit Mai 2001 regiert, verweist gerne darauf, dass er der erste italienische Regierungschef sein wird, der die gesamte fünfjährige Amtszeit zu Ende bringt. Der Ministerpräsident will bei der Wahl am 9. April kandidieren. (APA/AFP)

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