Schwestern nach NS-Zeit wieder vereint

27. Dezember 2005, 13:16
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Drei Französinnen bei Deportation der Eltern getrennt

Granville - Nach der Trennung während des Zweiten Weltkrieges haben drei Schwestern in Frankreich erstmals seit mehr als 60 Jahren gemeinsam Weihnachten feiern können. "Das war ein fantastisches Geschenk", erzählte die 66-Jährige Annie aus dem nordfranzösischen Granville am Montag. Sie hatte erst vor einigen Monaten erfahren, dass ihre beiden älteren Schwestern Lea und Judic noch leben, nachdem ihre Eltern 1942 in das Todeslager Auschwitz gebracht und die Kinder getrennt worden waren.

Die beiden älteren Mädchen waren damals in einem Waisenhaus versteckt worden und glaubten bis vor kurzem, dass Annie als Jüngste mit ihren Eltern und zwei Brüdern in Ausschwitz gestorben sei. Annies Mann fand durch Zufall im Internet Spuren von Lea und Judic und stellte den Kontakt her. Im Mai gab es ein erstes Treffen. Dabei sei sie über die frappierende Ähnlichkeit mit ihren Schwestern überrascht gewesen, erzählte Annie. Seitdem hätten die Geschwister jeden Tag telefoniert. Beim ersten gemeinsamen Weihnachtsfest am Wochenende hätten sie bereits das Gefühl gehabt, nie getrennt gewesen zu seien. "Wir sind am Strand spazieren gegangen, als hätten wir uns die ganze Zeit gekannt." (APA/AFP)

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