Kulturhauptstadt 2006 bald in Amt und Würden

29. Dezember 2005, 02:27
posten

Griechisches Patras setzt weniger auf spektakuläre Veranstaltungen als auf Schaffung einer kulturellen Basis für die Zukunft

Patras - Die griechische Hafenstadt Patras präsentiert sich im neuen Jahr als Kulturhauptstadt Europas 2006 - mit einem 17,5 Millionen teuren Kulturprogramm, einem für den Südosten Europas einmaligen Karneval und einer der schönsten Landschaften Griechenlands. Für ihren Auftritt hat sich die Stadt herausgeputzt: Viele der neoklassizistischen Gebäude aus dem 19. Jahrhundert wurden renoviert.

"Wichtig für uns ist, unsere Stadt in ganz Europa als Kulturzentrum bekannt zu machen", sagt der künstlerische Direktor Thanos Mikroutsikos. Der Musiker und Komponist hat kein Interesse daran, spektakuläre Veranstaltungen zu inszenieren. Er will "die Basis für eine bessere Zukunft unserer Stadt" schaffen.

Die Veranstaltungen

Patras plant Kulturveranstaltungen in sechs Themenbereichen. Neben einer Ausstellung zu Leonardo da Vinci gibt es auch antike griechische Dramen, Tragödien und Komödien (19. Mai bis 4. Juni). Ein weiteres Thema sind im November Kunst und Religion mit byzantinischen Ikonen und Malerei. Vom 27. April bis 13. Mai gibt es Poesie und Musik. Auch junge Interpreten sollen ihr Können präsentieren. Höhepunkt des Kulturprogramms in Patras wird der Karneval sein, der sechs Wochen lang - von 21. Jänner bis 5. März - gefeiert wird.

Mit der offiziellen Eröffnung des Kulturjahres am 10. Jänner tritt Patras die Nachfolge der irischen Hafenstadt Cork an, Europas Kulturhauptstadt 2005. Cork mit seinen 123.000 Einwohnern war eine der kleinsten Städte, denen der 1985 von der EU geschaffene Titel zuerkannt worden war.

Die Stadt

Patras im äußersten Nordwesten der Halbinsel Peloponnes ist mit 164.000 Einwohnern die viertgrößte Stadt Griechenlands und mit mehr als 20.000 Studenten auch eine der wichtigsten Universitätsstädte des Landes. 2004 wurde eine der längsten Hängebrücken Europas eingeweiht. Die als Jahrhunderttraum der Griechen bezeichnete 2,5 Kilometer lange Brücke verbindet den Südwesten des Festlandes mit dem Nordwesten der Peloponnes.(APA,dpa)

Share if you care.