Tripolis setzt Gespräche über internationale Stiftung für Aidsopfer aus

5. März 2006, 22:15
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Verhandlungen mit der EU "auf ein andermal verschoben"

Tripolis - Nach der Aufhebung der Todesurteile gegen fünf in Libyen inhaftierte bulgarische Krankenschwestern hat die Regierung in Tripolis Verhandlungen mit der EU über den Fall ausgesetzt. Die für Mittwoch geplanten Gespräche müssten "auf ein andermal verschoben werden", sagte ein hoher Regierungsbeamter am Montagabend, ohne einen neuen Termin zu nennen. Die seit 1999 inhaftierten Bulgarinnen und ein mitangeklagter palästinensischer Arzt sitzen weiter im Gefängnis und müssen auf einen neuen Prozess warten.

Bei den Verhandlungen sollte es nicht direkt um das Schicksal der Inhaftierten gehen, sondern um den Aufbau einer Stiftung für libysche Aidsopfer. Die bulgarische Regierung, die EU und die USA hatten Libyen im Bemühen um eine Rettung der Krankenschwestern die Einrichtung eines Hilfsfonds für aidskranke Kinder in der Stadt Bengasi zugesagt.

Die Bulgarinnen und der Palästinenser werden beschuldigt, bei ihrer Arbeit in einem dortigen Krankenhaus Kinder mutwillig mit dem HI-Virus infiziert zu haben. Die EU und die USA werfen der libyschen Regierung vor, mit der Anklage von der unzureichenden Hygiene in ihren Krankenhäusern ablenken zu wollen. (APA/AP)

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