"Damen in Weiß" wieder aktiv

27. Dezember 2005, 11:25
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Die Organisation forderte erneut die Freilassung kubanischer Dissidenten

Havanna - Die Mütter und Frauen von politischen Häftlingen in Kuba haben am Sonntag in der Hauptstadt Havanna demonstriert. Die Organisation, die sich "Damen in Weiß" nennt, zog nach einer Messe in der Kirche Santa Rita de Miramar durch Havanna und forderte die Freilassung der Inhaftierten.

"Wir marschieren an diesem Weihnachtstag für die Freilassung unserer Häftlinge und dafür, dass das kubanische Volk eine bessere Zukunft haben kann", sagte Laura Pollan im Namen der Organisation. "Für uns ist das ein sehr trauriger Tag, denn Weihnachten ist das Fest der Familie und wir, ohne unsere Männer, sind nicht komplett und können daher nicht glücklich sein", sagte Pollan, deren Mann Hector Maseda zu 20 Jahren Haft verurteilt worden war.

Seit zwei Jahren

Die "Damen in Weiß" hatten sich 2003 nach der Verhaftung und Verurteilung von 75 kubanischen Dissidenten zu hohen Haftstrafen zusammengetan. Mit ihrer weißen Kleidung symbolisieren sie "Unschuld und Reinheit" und erinnern an die Frauen in Argentinien, die 1970 eine ähnliche Taktik anwendeten, um Informationen über ihre vermissten Kinder während der Militärdiktatur zu erhalten.

Mit dem vom Europäischen Parlament verliehenen Sacharow-Preis für geistige Freiheit wurde in diesem Jahr ihre Zivilcourage und ihr Engagement für die Einhaltung der Menschenrechte in Kuba gewürdigt - dieStandard.at berichtete. Den Preis, der am 13. Dezember in Straßburg verliehen worden war, durften sie nicht selbst in Empfang nehmen. (APA/AFP)

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