Kongo: Tausende Menschen nach Überschwemmungen obdachlos

29. Dezember 2005, 20:31
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Regenstürme beschädigten viele Häuser in ärmlichen Bezirken der Hauptstadt Brazzaville

Brazzaville - Nach starken Unwettern haben Tausende Bewohner von Brazzaville, der Hauptstadt der Republik Kongo, ihr Obdach verloren. Wie Behördenvertreter am Montag bekannt gaben, kam es nach heftigen Regenstürmen zu Überschwemmungen und Schlammlawinen. Ein Junge verlor Berichten zufolge während der Unwetter am Wochenende sein Leben.

Der Regen beschädigte viele Häuser in den ärmlichen, dicht besiedelten Bezirken im Norden Brazzavilles schwer. "Meine Kinder und ich waren gezwungen zu fliehen und alles im Haus zurückzulassen", sagte die 42-jährige Philomene Itoua, die über Weihnachten zusammen mit ihren drei kleinen Töchtern im Hause eines Bekannten unterkam.

In einem Bezirk wurden illegal auf einem Hügel errichtete Häuser von einer Schlammlawine fortgerissen. Einige Menschen saßen Bewohnern zufolge stundenlang in ihren Häusern fest, bevor sie von Nachbarn befreit werden konnten. In einem anderen Bezirk stieg der Wasserpegel bis auf vier Meter. Einige Bewohner überlebten nach eigenen Aussagen nur, weil sie auf Bäume oder Dächer kletterten.

Den Bewohnern zufolge kommt es in dem Bezirk immer wieder zu Überschwemmungen. Erschwert werde die Situation durch einen Mangel an Wasserabflüssen. "Wir haben nie aufgehört, die Behörden um den Bau von Abfluss-Kanälen zu bitten. Aber niemand kümmert sich um uns", sagte der arbeitslose Schweißer Blaise Massengo, der nach seinen Worten durch das Hochwasser alles verlor. (APA/Reuters)

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