OPEC und Russland einig über Erhöhung der Ölförderung

29. Dezember 2005, 17:00
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OPEC-Präsident kündigt nach Treffen in Moskau stärkere Abstimmung mit Russland an

Moskau - Die Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) hat ihre Bedenken über einer Erhöhung der russischen Ölförderung zurückgezogen. Der Markt sei für den Verbrauch zusätzlicher Ölmengen bereit, sagte OPEC-Präsident Scheich Ahmed Fahed am Montag nach einem Treffen mit hochrangigen Regierungsvertretern in Moskau.

Die OPEC werde weiterhin versuchen den Ölpreis zwischen 44 und 55 Dollar je Fass zu halten und sich dafür in Zukunft noch stärker mit Russland koordinieren. "Wir müssen unsere Bemühungen koordinieren, um Stabilität am Mark sicherzustellen", betonte der OPEC-Präsident am Rande des Treffens laut der französischen Nachrichtenagentur AFP.

In den vergangenen Monaten war innerhalb der OPEC wachsende Unruhe über den zunehmenden Einfluss des Nicht-Mitgliedslandes Russland, zweitgrößter Ölproduzent der Welt, laut geworden. Scheich Ahmed betonte allerdings in Moskau: Selbst wenn Russland seine Ölförderung wie angekündigt, in den nächsten 20 Jahren von heute neun auf über elf Millionen Fass pro Tag anheben werde, könne das zusätzliche Öl vom Markt "absorbiert" werden.

Sabotage

Öl zuletzt wieder teurer geworden. Ein Fass (159 Liter) US-Leichtöl zur Lieferung im Februar verteuerte sich im letzten Handelstag vor Weihnachten um 0,15 Cent auf 58,30 Dollar. OPEC-Öl wurde zuletzt um 55 Cent teurer und pro Fass um 51,98 Dollar gehandelt.

Grund für den jüngsten Ölpreisanstieg war unter anderem ein Sabotage-Akt an Öleinrichtungen vergangene Woche in Nigeria. Am Dienstag war eine Ölleitung des britisch-niederländischen Ölmultis Shell 50 Kilometer südwestlich von Port Harcourt explodiert, der Hauptstadt des Bundesstaates Rivers. Um den anschließenden Brand unter Kontrolle zu bringen, schloss Shell drei Pumpstationen sowie ein Ölterminal. Wegen des Vorfalls verlor der Konzern derzeit rund 180.000 Barrel Öl pro Tag, mehr als sieben Prozent der gesamten nigerianischen Ölproduktion.

Mittlerweile hat Shell einen Teil der Produktion wieder aufgenommen. Mittlerweile würden die Verluste nur noch 35.000 Fass pro Tag betragen, so ein Sprecher laut AFP am Montag. Bis zur vollständigen Wiederaufnahme der Produktion hat sich Shell aber weiterhin vorbehalten, die bestehenden Lieferverträge nicht vollständig zu erfüllen. (APA)

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