SPD bleibt in Debatte über Atomausstieg hart

29. Dezember 2005, 15:36
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Vorstoß aus der Union weiterhin zurückgewiesen

Berlin - Die SPD bleibt im Streit mit dem Koalitionspartner über den Atomausstieg hart. SPD-Fraktionsvize Ulrich Kelber wies die Forderung der Union nach einer Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken erneut zurück. "Die Debatte ist entschieden. Wir werden dieses Fass nicht aufmachen", sagte Kelber im "Handelsblatt" (Dienstag-Ausgabe). Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesumweltministerium, Michael Müller, erklärte: "Der Ausstieg aus der Atomkraft ist keine ideologische Willkür, sondern eine wichtige Weichenstellung für eine nachhaltige Energieversorgung".

"Im Koalitionsvertrag eindeutig geregelt"

Kelber sagte: "Das Thema Atomausstieg ist im Koalitionsvertrag eindeutig geregelt". Müller verwies darauf, dass Atomkraftwerke die Klimagefahren nicht abwehren könnten. Er erinnerte auch auf eine absehbare Uranverknappung bei einem massiven Ausbau der Atomkraft sowie auf militärische und terroristische Missbrauchsmöglichkeiten. Außerdem sei der Neubau von Atomkraftwerken viel teurer als vergleichbare Anlagen hocheffizienter Strom- und Wärmeerzeugung. Eine Verlängerung der Laufzeiten "eröffnet keine Zukunftsoption, sondern verlangsamt den Umstieg in eine nachhaltige Energiezukunft". (APA/AP)

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