US-Generalstabschef: Iraker für frühstmöglichen Abzug der Truppen

26. Dezember 2005, 19:28
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Stärke der Truppen soll monatlich überprüft werden

Washington - Der US-Generalstabschef Peter Pace hat eingeräumt, dass die US-Truppen im Irak unerwünscht sind. Die Iraker wollten die US-Soldaten und ihre internationalen Verbündeten "so früh wie möglich" außer Landes haben, sagte der oberste US-Militär am Sonntag in einem Interview mit dem US-Fernsehsender Fox News. "Sie wollen nicht, dass wir morgen abziehen, aber so früh wie möglich".

Pace fügte hinzu, die Stärke der US-Truppen im Irak werde von nun an monatlich überprüft. Seine Ankündigung folgte auf die von US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld am Freitag bekannt gegebene Entscheidung, bis zum kommenden Frühjahr zwei Kampfbrigaden aus dem Irak abzuziehen, die insgesamt etwa 7.000 Soldaten umfassen.

Pace bestritt in dem Interview, dass das US-Verteidigungsministerium derzeit einen Plan ausarbeite, wonach die Zahl der im Irak stationierten US-Soldaten bis Ende 2006 unter 100.000 abgesenkt werden solle. Derzeit befinden sich etwa 155.000 US-Soldaten im Irak. Diese Zahl könnte bereits Ende Jänner 2006 unter das Niveau von 138.000 sinken, das seit April 2004 nicht unterschritten worden war.

Laut Pace wird der Bedarf an US-Militär im Irak regelmäßig vom dortigen US-Kommandanten, George Casey, eingeschätzt, der monatlich je nach Lage über ihren Abbau oder ihre Aufstockung entscheiden werde. Von US-Medien im Oktober und November im Irak vorgenommene Meinungsumfragen ergaben, dass zwei Drittel der dortigen Bevölkerung gegen die Präsenz der US-Truppen und ihrer Verbündeten in ihrem Land sind. Das waren 14 Prozentpunkte mehr als bei einer ähnlichen Umfrage im Februar 2004.

Bei etwa 60 Prozent der Befragten stieß die Art der US-Militäreinsätze seit Kriegsbeginn im März 2003 auf Ablehnung, bei den meisten von ihnen sogar auf "starke Ablehnung". 26 Prozent sprachen sich für einen sofortigen Abzug der US-Truppen aus, 19 Prozent befürworteten einen Abzug nach der Bildung einer neuen irakischen Regierung. (APA)

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