Gazprom droht Ukraine mit Abdrehen des Gashahns

29. Dezember 2005, 15:22
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Falls Kiew die Preiserhöhung nicht akzeptiert, werden die Lieferungen mit 1. Jänner eingestellt

Moskau - Russlands Gasmonopolist Gazprom hat die Einstellung der Lieferungen in die Ukraine ab dem 1. Jänner angekündigt, sollte bis dahin nicht eine Einigung in den laufenden Preisverhandlungen erreicht werden. Die Ukraine lehnt die von Gazprom geforderte Erhöhung des Preises auf fast das Fünffache ab und verlangt eine Übergangsperiode, um die Volkswirtschaft darauf einzustellen.

"Wenn die Gespräche scheitern, wird ab dem 1. Jänner 08.00 Uhr MEZ das Gas für die Ukraine nicht mehr fließen", zitierte die Agentur Interfax am Sonntag Gazprom-Exportchef Alexander Medwedjew. Gazprom begründet die Preiserhöhung von unter 50 Dollar für 1000 Kubikmeter auf 230 Dollar mit der Abschaffung von Sonderkonditionen und dem Übergang zu international üblichen Handelsbedingungen. Ukrainische Politiker vermuten hinter der Preiserhöhung jedoch eine von Russland betriebene Bestrafung der Ukraine für ihre Hinwendung zum Westen.

Für Gazprom könnte das Problem entstehen, wie der Export nach Westeuropa gesichert werden kann, wenn die Ukraine nicht mehr beliefert werden soll, denn 80 Prozent dieser Exporte gehen durch Leitungen über die Ukraine. (APA/Reuters)

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