Mladic könnte sich stellen - Verhandlungen laufen

26. Dezember 2005, 09:21
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Keine Stellungnahme der Regierung

Belgrad - Der wegen Kriegsverbrechen gesuchte General Ratko Mladic verhandelt einem Agenturbericht zufolge mit serbischen Behörden darüber, sich zu stellen. Der frühere Anführer der bosnisch-serbischen Streitkräfte fordere dafür finanzielle Sicherheit für seine Familie und Amnestie für die Menschen, die ihm geholfen haben, berichtete die Nachrichtenagentur Mina aus Montenegro am Sonntag unter Berufung auf den früheren Belgrader Polizeichef Marko Nicovic.

Keine Stellungnahme der Regierung

Die Regierung war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Sie steht unter Druck der Nato und der Europäischen Union, die die Auslieferung gesuchter Kriegsverbrecher fordern - darunter neben Mladic auch dessen politischer Helfer Radovan Karadzic. Nicovic zufolge ist es für die Regierung sehr wichtig, dass Mladic sich ergibt und nicht gefangen genommen wird. Sollten bei der Festnahme Polizisten verletzt werden, könnte dies dem Ansehen der Regierung schaden, so der ehemalige Polizeichef. "In den Verhandlungen geht es ganz sicher auch darum, was Mladic in Den Haag sagen wird", zitierte ihn die Agentur. Mladic wisse über die Beteiligung der jugoslawischen Armee in den Balkankriegen bestens Bescheid.

Erst vor wenigen Tagen hatte der für die Verfolgung von Kriegsverbrechern zuständige serbische Generalsstaatsanwalt Vladimir Vukcevic erklärt, die Behörden seien einer Reihe von Menschen auf der Spur, die mit als Kriegsverbrecher gesuchten in Kontakt stünden. Die Helfer seien gewarnt worden, dass ihnen eine Strafverfolgung drohe. Der serbische Innenminister Dragan Jocic hatte am Freitag erneut betont, die Gefangennahme der Gesuchten habe höchste Priorität.

Anklage wegen Völkermord

Der frühere General Mladic und seine Helfer sind wegen des Massakers Srebrenica des Völkermordes angeklagt. Bei dem Massaker wurden während der Belagerung von Sarajevo rund 8000 Moslems getötet. Serbien hat im vergangenen Jahr 13 wegen Kriegsverbrechen gesuchte Personen an die Vereinte Nationen ausgeliefert. Sechs weitere sind immer noch auf der Flucht, darunter Karadzic und Mladic.(APA)

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