Pakistan: Laut Rebellen 100 Tote bei Militär-Offensive

29. Dezember 2005, 20:08
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In südwestpakistanischer Provinz Belutschistan - Zunächst kein Kommentar der Regierungsstellen

Islamabad - Bei einer andauernden Militäroffensive gegen Rebellen in der südwestpakistanischen Provinz Belutschistan haben die Regierungstruppen in diesem Monat angeblich 100 Menschen getötet. Ein Anführer der Autonomiebewegung, Nawab Palach Marri, teilte am Sonntag Pressebüros in der Provinzhauptstadt Quetta telefonisch mit, 80 Zivilisten seien Anfang Dezember in der an Gasvorkommen reichen Kohlu-Region umgekommen. Ein anderer Rebellenführer namens Nawab Akbar Khan Bugti berichtete, mindestens 20 Menschen seien im Gebiet der Stadt Dera Bugti getötet worden.

Regierungsstellen äußerten sich nicht zu den Rebellenangaben. Nach eigenen Angaben hat die Regierung in Islamabad eine "begrenzte" Militäraktion befohlen, um Angriffe auf staatliche Anlagen zu unterbinden. Die neue Gewalt brach nach der Bekanntgabe von Plänen aus, wonach die Regierung Öl und Gas in Kohlu, 200 Kilometer östlich von Quetta, fördern will.

Die Aufständischen kämpfen für mehr Autonomie der Region und einen größeren Anteil an den Gewinnen aus der Öl- und Gasförderung. Mitte November war vor der Niederlassung einer Ölfirma und eines US-Schnellrestaurants in der Hafenstadt Karachi eine Autobombe explodiert. Zu dem Anschlag, bei dem drei Menschen getötet und 15 verletzt wurden, hatte sich die "Befreiungsarmee Belutschistans" bekannt. (APA)

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