Gefährliche Friedenslichter und Adventkränze

26. Dezember 2005, 21:30
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Alle Jahre wieder muß die Feuerwehr an den Feiertagen ausrücken, um Wohnungsbrände zu löschen - Zwei Verletzte in Innsbruck

Salzburg - Geistesgegenwärtig reagierte am Samstag eine 91-Jährige, nachdem ihr Adventkranz in einem Seniorenwohnheim in Saalfelden (Pinzgau) Feuer gefangen hatte. Obwohl sie auf Grund ihres Alters kaum gehen kann, riss sie den brennenden Adventkranz samt Tischdecke vom Tisch und warf die Gegenstände vom Balkon in den Schnee, wo die Flammen ausgingen. Die Freiwillige Feuerwehr Saalfelden, die mit vier Fahrzeugen und 23 Mann angerückt war, musste daher nicht mehr einschreiten, teilte die Polizei mit.

Um 19.20 Uhr löste ein Brandmelder in einem Seniorenwohnheim Alarm aus. In einer Wohneinheit einer 91-jährigen Seniorin hatte der Adventkranz durch eine völlig niedergebrannte Kerze Feuer gefangen. Auf Grund der beherzten und raschen Reaktion der alten Dame konnte aber eine Brandausweitung verhindert werden.

Die Sicherheit im Gebäude wurde überprüft und keine weitere Brandgefahr erkannt. Die Seniorin wurde durch ihre Aktion offensichtlich nicht verletzt, jedoch vorsichtshalber von der Dienst habenden Ärztin untersucht.

Brand in Innsbrucker Hochhaus>/b>

Auch für die Innsbrucker Berufsfeuerwehr gab es ruhigen Heiligen Abend. Zwei Personen wurden bei einem Brand eines Hochhauses im Stadtteil Reichenau verletzt. Das Feuer war in einer Wohnung im 13. Stock des Gebäudes ausgebrochen. Nach Erhebungen der Polizei hatten Sternspritzer das Unglück ausgelöst.

Die Berufsfeuerwehr und die Freiwillige Feuerwehr Reichenau waren mit sieben Fahrzeugen und 38 Mann ausgerückt. Beim Eintreffen stand die Wohnung in Flammen. Es musste das gesamte Hochhaus evakuiert werden. Der Brand konnte unter Einsatz von schwerem Atemschutz rasch gelöscht werden.

Das Unglück hatte sich im zugebauten Balkon/Wintergarten ereignet. Von den beiden Bewohnern wurden fünf Sternspritzer am Christbaum angezündet. Ohne ersichtlichen Grund fing der Baum unmittelbar darauf Feuer. Versuche, den Brand mittels einer Decke zu löschen, misslangen. Auch Teile der Wohnungseinrichtung fingen Feuer.

Die beiden Geschädigten - eine 58-jährige Frau und ein 53-Jähriger aus Innsbruck - wurden wegen Verdachtes auf Rauchgasvergiftung mit der Rettung in die Klinik eingeliefert.

Zwei Katzen, die sich in der Wohnung befunden hatten, erstickten an den Rauchgasen. Zwei weitere Katzen und ein Hund wurden von Wohnungsnachbarn aufgenommen. Es entstand beträchtlicher Sachschaden.

Mehrere Zimmerbrände in Wien

Mehrere Zimmerbrände hielten die Feuerwehr in der Nacht auf Sonntag in Wien in Atem. Insgesamt vier Mal mussten die Florianijünger zu teilweise durch Adventkränze ausgelösten Feuern ausrücken, teilten die Einsatzkräfte in einer Aussendung mit.

Am Heiligen Abend gegen 19.30 Uhr brach der erste Brand aus. In einer Wohnung in der Alser Straße in der Josefstadt fing der Adventkranz im Wohnzimmer Feuer. Der Wohnungsinhaber versuchte noch, das brennende Reisig in der Badewanne abzulöschen. Dabei zog sich der ältere Mann großflächige Verbrennungen dritten Grades an beiden Händen und Füßen zu. Er wurde ins Krankenhaus gebracht.

Gegen 0.30 Uhr mussten die Florianijünger zum nächsten Einsatz geholt werden. Ebenfalls durch einen Adventkranz ausgelöst wurde ein Brand in einer Wohnung am Loquaiplatz in Mariahilf. Beim Eintreffen der Feuerwehr schlugen die Flammen bereits aus den Fenstern. Die Bewohnerin konnte sich zuvor samt ihren Hunden retten. Sie wurde mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Spital gebracht.

Aus unbekannter Ursache brach gegen 2.00 Uhr im Wirtschaftsraum einer Wohnung in der Burggasse in Neubau ein Feuer aus. Das Zimmer war beim Eintreffen der Einsatzkräfte bereits in Vollbrand, die Gangfenster geborsten. Im Verlauf des Einsatzes trafen die Wohnungsinhaber ein. Untersuchungen zur Brandursache wurden aufgenommen.

Gegen 6.00 Uhr brach ein Feuer in einem Wohnzimmer in der Endresstraße in Liesing aus, der Raum stand bald in Vollbrand. Was die Ursache des Brandes war, ist noch nicht geklärt

Zimmerbrand durch "Friedenslicht"

Ein "Friedenslicht" löste am Sonntag gegen 3.40 Uhr in Bürmoos (Flachgau) einen Zimmerbrand aus. Das Licht war in einer Duschwanne aus Plastik aufgestellt und entzündete einen in unmittelbarer Nähe befindlichen Wäschekorb. Die FF Bürmoos mit drei Fahrzeugen und 20 Mann Besatzung konnte durch rasches Eingreifen ein Ausbreiten des Feuers verhindern, teilte die Polizei mit. Verletzt wurde niemand.

Zerstörte Wohnung durch Weihnachtsgesteck

Ein Weihnachtsgesteck hat in Mödling am Heiligen Abend einen gefährlichen Wohnungsbrand ausgelöst. Die Wohnungsbesitzerin hatte die Kerzen des Gesteckes brennen lassen, dann verließ sie das Haus. Als sie eineinhalb Stunden später zurückkehrte, stand sie vor einer völlig zerstörten Wohnung.

Die Feuerwehr wurde von Nachbarn geholt, weil durch das Fenster dichter, schwarzer Rauch ins Freie drang. 24 Mann mit vier Fahrzeugen mussten den Zimmerbrand unter schwerem Atemschutz bekämpfen. Sämtliche Hausbewohner mussten aus dem Gebäude evakuiert werden, Stromversorgung und Gaszufuhr wurden für die Dauer der Löscharbeiten für den gesamten Wohnblock unterbrochen.

Jener Raum, in dem das Weihnachtsgesteck gestanden war, ist völlig zerstört. Die gesamte Wohnung ist durch Hitze, Rauch und Ruß so schwer beschädigt worden, dass sie vorerst nicht mehr bewohnbar ist. (APA)

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    Keine Weihnachtsferien für die Feuerwehr: Jedes Jahr gehen Dekorationsobjekte in Flammen auf

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