Entführer von Jordanier stellen dreitägiges Ultimatum

27. Dezember 2005, 14:55
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Joranische Regierung weist Forderung nach Freilassung von Terroristin zurück - 18 Tote am Wochenende

Bagdad/Kairo - Rund sechs Wochen nach einem Blutbad in jordanischen Hotels versuchen die Kidnapper eines im Irak entführten Jordaniers eine Attentäterin freizupressen. Die Entführer drohten auf einem am Samstagabend vom Nachrichtensender Al Arabyia ausgestrahlten Video mit der Ermordung ihrer Geisel, sollte die Irakerin Saida al-Rishawi nicht binnen drei Tagen aus der Haft in Jordanien freigelassen werden. Die Erklärung musste der Entführte verlesen, der auf dem Video umringt von Bewaffneten zu sehen war. Die Regierung in Amman wies die Forderung der Kidnapper umgehend zurück.

Der Fahrer der jordanischen Botschaft in Bagdad war am Dienstag in Bagdad verschleppt worden. Die Irakerin, deren Freilassung gefordert wird, war nach Anschlägen am 9. November auf Hotels in Amman verhaftet worden. Damals starben etwa 60 Menschen, als drei Terroristen ihre Sprengstoffgürtel zündeten. Der Sprengstoffgürtel der Irakerin, die den Anschlag in einem der Hotels zusammen mit ihrem Ehemann verüben wollte, war nicht detoniert.

Unterdessen appellierten Angehörige von vier im Irak entführten westlichen Helfern in einer Annonce in der Zeitung "Al-Mushriq" an die Kidnapper, die Geiseln - einen Briten, zwei Kanadier und einen Amerikaner - unversehrt freizulassen. "Viele Religionsgelehrte in der arabischen und der islamischen Welt haben in den vergangenen Tagen von der selbstlosen Arbeit gesprochen", die die Entführten im Irak geleistet hätten, hieß in der Anzeige. Darin wurde eine Telefonnummer angegeben, unter der Anrufer anonym Hinweise auf den Aufenthaltsort der Geiseln geben können.

In Bagdad entkam der irakische Justizminister Abdel Hussein Shendel nur knapp einem Mordanschlag. Einer seiner Leibwächter und ein Passant seien am Vortag getötet worden, als sein Auto im Süden der irakischen Hauptstadt beschossen worden sei, berichtete das Inneministerium am Sonntag. Bei einem Autobombenanschlag in Bagdad wurden am Sonntag sechs Iraker verletzt. Die US-Armee teilte mit, bei zwei gescheiterten Anschlägen seien am Samstag in der Provinz Salaheddin sieben mutmaßliche Terroristen getötet worden. (APA/dpa/AP)

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