Berlin: Kein Geld mehr für Osthoffs Projekte

29. Dezember 2005, 09:44
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Auswärtiges Amt hatte Projekt mit rund 43.000 Euro gefördert - Deutsche hatte Kontakte zum Bundesnachrichtendienst

Berlin/Osnabrück - Die Regierung in Berlin will keine Projekte im Irak mehr unterstützen, an denen die deutsche Archäologin Susanne Osthoff beteiligt ist. Ein Sprecher des deutschen Auswärtigen Amtes (AA) bestätigte am Samstag einen Bericht der "Neuen Osnabrücker Zeitung", wonach Osthoff nach dem Ende ihrer Entführung "unmissverständlich" aufgefordert wurde, nicht mehr in den Irak zurückzukehren. Als Konsequenz aus dem Geiseldrama werde das Auswärtige Amt daher auch kein Projekt fördern, das "mit einem Aufenthalt von Osthoff in dem Land verbunden wäre", sagte der Sprecher.

Deutsches Kulturzentrum in Arbil

Damit ist nach Angaben der Zeitung offensichtlich Osthoffs Projekt im Auswärtigen Amt vom Tisch, im nordirakischen Arbil ein deutsches Kulturzentrum aufzubauen. Noch im Oktober habe die deutsche Botschaft in einem Brief an die kurdische Regionalregierung Unterstützung für Osthoffs Idee signalisiert. Die 43-Jährige habe trotz mehrfacher Warnungen im Oktober und im November auch ihre Arbeit zur Sanierung einer Karawanserei in Mosul wieder aufgenommen. Das Projekt war Ende Mai auf Eis gelegt worden, nachdem es angeblich Entführungspläne von der Terrorgruppe Al Kaida gegen Osthoff gab. Die Deutsche war von der Antikenverwaltung in Bagdad als Leiterin des Projekts eingesetzt worden, das vom AA mit rund 43.000 Euro gefördert wurde. Auch diese Maßnahme solle nicht mehr fortgeführt werden.

Das Blatt berichtete weiter unter Berufung auf Augenzeugen, dass Osthoff in einem Haus des deutschen Bundesnachrichtendienstes in Bagdad verkehrt habe und deshalb von den Entführern anfänglich für eine Spionin gehalten worden sei. (APA)

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