Politiker wollen mehr gegen Armut unternehmen

29. Dezember 2005, 16:19
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Rauch-Kallat, Haubner, Gusenbauer und Vassilakou beantworteten Kinderfragen - Fischer: Arbeitslosigkeit ist "menschenunwürdig"

Wien - Vertreter der vier Parlamentsparteien haben am Samstag in der ORF-Sendung "Licht ins Dunkel" betont, künftig mehr gegen die wachsende Armut in Österreich unternehmen zu wollen. Die Ministerinnen Maria Rauch-Kallat (V) und Ursula Haubner (B), SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer und die Wiener Grün-Politikerin Maria Vassilakou haben in dieser Sendung auf Fragen von Kindern geantwortet.

Gusenbauer meinte, "es stimmt leider, dass immer mehr Menschen ärmer werden und gleichzeitig werden immer mehr Reiche reicher". Es sei Aufgabe der Politik, Maßnahmen zu setzen, "damit dieses Auseinanderdriften der Gesellschaft wieder aufhört". Haubner verwies darauf, dass man besonders bei Familien mit mehreren Kindern ansetzen sollte. Vassilakou forderte die Entwicklung von neuen sozialen Absicherungssystemen. Und Rauch-Kallat erklärte, "Österreich ist gut aufgestellt, wir können aber besser werden". So sprach sie sich dafür aus, die Sozialhilfe der Länder zu vereinheitlichen.

Ausbildung

Zum Thema Bildungspolitik betonten alle vier Politiker, dass die Ausbildung der Kinder und Jugendlichen grundsätzlich gut sei. Vassilakou kritisierte, dass es in der Vergangenheit zu Einsparungen im Schulsystem gekommen sei. Gusenbauer forderte mehr Unterstützung für jene Jugendlichen, die Probleme beim Lesen, Schreiben und Rechnen haben. Haubner plädierte für ein lebenslanges Lernen. Rauch-Kallat erklärte, Österreich könne auf sein Schulsystem stolz sein. Trotzdem könnte man das Schulsystem immer noch besser machen.

Bundespräsident Heinz Fischer appellierte in der ORF-Sendung an die Politik, die steigende Arbeitslosigkeit "mit allen sachdienlichen Mitteln zu bekämpfen". Arbeitslosigkeit sei nicht bloß ein "Schönheitsfehler", sondern "etwas Menschenunwürdiges", hier gehe es um das Schicksal von Menschen.

Die Politik dürfe bei diesem Thema nicht wegschauen, betonte Fischer. Vielmehr sollte die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit oberste Priorität in der Politik haben. (APA)

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