US-Geheimoperation gegen Terroristen

30. Dezember 2005, 15:36
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US-Justizministerium bestätigt Suche nach "schmutziger Bombe" - Medien: Hunderte Aufenthaltsorte von Moslems ohne Gerichtsbeschluss untersucht

Wien/New York - In mindestens sechs Großstädten der USA werden private und öffentliche Plätze seit drei Jahren auf radioaktive Strahlung untersucht. Laut der "New York Times" vom Samstag bestätigte das US-Justizministerium einen entsprechenden Bericht der Website US News and World Report vom Donnerstag.

Demnach untersuchten die US-Bundespolizei und das Energieministerium tausende Wohnhäuser und Arbeitsplätze von Moslems sowie Moscheen auf radioaktive Spuren. Im Großraum Washington wurden demnach bis zu 120 von Moslems besuchte Orte überwacht, weitere in New York, Chicago, Seattle, Detroit und Las Vegas. Das Programm sei nach den Anschlägen vom 11. September 2001 gestartet worden.

"U.S. News and World Report" hatte berichtet, dass die Suche nach der "schmutzigen Bombe" ohne richterliche Anordnung durchgeführt wurde. Kürzlich hatte die "New York Times" aufgedeckt, dass Präsident George W. Bush einen ebenfalls nicht durch die Gerichte gedeckten Geheimauftrag für Lauschangriffe auf Terrorverdächtige erteilt hat - was Bush schließlich auch zugab.

Geräte installiert

Laut "New York Times" bestätigten nun Regierungsbehörden, dass Geräte zum Aufspüren radioaktiver Strahlung in Häfen, U-Bahn-Stationen und öffentlichen Plätzen installiert wurden. "Aber eine übermäßige heimliche Überwachung von Privatgebäuden wurde nicht öffentlich bestätigt." Die US-Regierung habe Polizisten und Feuerwehrleute in Großstädten mit tausenden Detektoren ausgestattet, die am Gürtel getragen werden könnten. Ein Sprecher des US-Justizministeriums sagte demnach, Sicherheitskräfte würden den öffentlichen Bereich auf "passive" Weise auf radioaktive Strahlung untersuchen.

Dem Bericht von "U.S. News and World Report" zufolge führten die US-Behörden Untersuchungen in hunderten Aufenthaltsorten von Moslems - darunter Moscheen, Geschäften und Privathäusern - durch, um etwaige Radioaktivität aufzuspüren. Die Explosion einer "schmutzigen Bombe" könnte ein großes Gebiet radioaktiv verseuchen, tausende Todesopfer fordern und städtische Gebiete unbewohnbar machen. Seit dem 11. September 2001 verfolgen die US-Geheimdienste die Bemühungen internationaler Terrorgruppen wie Al-Kaida, an eine solche Bombe zu gelangen.

Laut dem Bericht gibt es in den USA tausende gestohlene, verloren gegangene oder unsachgemäß entsorgte radioaktive Quellen. Es existieren keine umfassenden Verzeichnisse radioaktiver Geräte, wie sie etwa in der Medizin verwendet werden. Die zuständige Regulierungsbehörde NRC geht davon aus, dass jeden Tag eine radioaktive Quelle abhanden kommt. 50 davon werden jährlich an öffentlich zugänglichen Orten gefunden - an Straßenrändern, auf Müllhalden, in Recycling-Anlagen. (APA)

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