Irakischen Journalisten drohen zehn Jahre Haft

27. Dezember 2005, 14:55
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Chefredakteure veröffentlichten regierungskritische Artikel

New York - Wegen regierungskritischer Artikel drohen zwei irakischen Journalisten einer US-Pressevereinigung zufolge Haftstrafen von mehr als zehn Jahren. Das in New York ansässige Committee to Protect Journalists erklärte am Freitag, das Verfahren gegen zwei Chefredakteure der mittlerweile eingestellten Tageszeitung "Sada Wasit" im südirakischen Kut solle am 25. Dezember beginnen.

Die Organisation appellierte in einem Brief an den irakischen Ministerpräsident Ibrahim al Jaafari, die rechtlichen Möglichkeiten zu prüfen, um die Anschuldigungen fallen zu lassen.

Eckpfeiler

"Eine freie Presse ist ein Eckpfeiler der Demokratie", hieß es in dem Schreiben an Dschaafari. "Damit sie richtig funktionieren kann, müssen Journalisten in der Lage sein, ohne Einfluss der Behörden und ohne Angst vor Inhaftierung ihre Arbeit zu tun."

In einem von vier beanstandeten Artikeln war das gegenwärtige Justizsystem im Irak mit dem von Ex-Machthaber Saddam Hussein verglichen worden. In einem anderen Beitrag ging es um Korruption bei der Polizei. Die betroffenen Behörden hätten Verleumdungsklagen eingereicht. (APA/Reuters)

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