Die Problemzone Bierbauch

26. Dezember 2005, 21:27
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Der Speck muss weg: Erstes Schlankheitsstudio für Männer in Linz

Linz - Es war vor gut einem Jahr, genau gesagt nach den Festtagen. Hubert Mühlböck stieg auf die Waage, der Rettungsring über den Hüften hatte weiter an Umfang zugenommen. 35 Kilo müssen weg, diesen "guten Vorsatz" fasste der junge Mann für 2005.

Im Februar ging er dann auch in ein Linzer Schlankheitsstudio. Die Vorstellung, seine Problemzone als nackte Tatsache den Blicken der Frauen auszusetzen, war ihm jedoch "unangenehm". "Ich bin sicher, dass auch die Damen in dieser Situation lieber unter sich bleiben wollen", betont Mühlböck. Vor wenigen Wochen hat er "Corpo Sano" eröffnet, das, wie er sagt, erste Schlankheitsstudio für Männer in Österreich.

So richtig anlaufen werde das Geschäft nach den Feiertagen, meint einer, der weiß, wovon er spricht. Abgenommen wird nach der selben Methode wie es die Frauen in dem Studio ein Stockwerk über seinem machen. Mit Figurella. So hat es auch Mühlböck geschafft in sieben Monaten seine überflüssigen 35 Kilos los zu werden. Allerdings ging er immer nur ins Studio, wenn keine Frauen an den Geräten trainierten. Geschäftsführerin Rosa Cech brachte ihn auf die Idee, gemeinsam mit ihr in der Linzer Bürgerstraße ein Männerstudio zu führen. Die Preise für das Abspecken sind ähnlich hoch, wie bei Figurella. Mindestens 1000 Euro koste ein Programm. Zuerst erstellt Mühlböck mit einem Interessenten eine (kostenlose) Figuranalyse. Bauch und Brustumfang werden gemessen; im Gegensatz zu Bauch-Beine-Po bei Frauen sind dies beiden Körperteile die Problemzonen des Mannes. Weiter folgt eine Knochenbau-Einschätzung und die Beschaffenheit des Gewebes werde angeschaut.

Den 17-jährigen Schüler, einer der ersten und jüngsten Kunden, trieb auch die Eitelkeit zu "Corpo Sano". In diversen Fitnessstudios habe er schon versucht, doch die Kilos wollten nicht purzeln. Eine Erfahrung die er mit Mühlböck teilt. "Erst die Kombination aus Bewegung, Ernährungsumstellung sowie Sauerstoffkuren führte mich zum Ziel", wirbt der Jung-Unternehmer. Auch ist er davon überzeugt, das der gefürchtete Jo-Jo-Effekt nicht einsetzt.

Dies gelte nur für Diäten. In "seinem" Programm gehe es um Ernährungsumstellung, nicht "Essenstopp, sondern Austausch von Speisen und Getränke". Wasser statt Bier, ein Seiterl an der Bar sei aber sehr wohl erlaubt. Mühlböck sieht sich selber als lebenden Beweis, dass diese Methode funktioniert. "Seit Ende seiner Schlankheitskur vor drei Monaten habe er kein Deka zugenommen. (Kerstin Scheller, DER STANDARD - Printausgabe, 24./25./26. Dezember 2005)

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