
Der Pelzbesatz einer Mütze als sittlicher Problemstoff: Hier grüßt schließlich nicht Resi Berghammer, sondern der Papst!
Wenige Tage vor dem Weihnachtsfest trug Papst Benedikt XVI. bei seiner Generalaudienz eine Kopfbedeckung, die man bei seinen unmittelbaren Vorgängern noch nie gesehen hatte, ihm das Aussehen eines Weihnachtsmanns verlieh und darob einen beeindruckenden Anstieg seiner Medienpräsenz bescherte: das Camauro (auch: Kamauro).
Nach dem "Lexikon für Theologie und Kirche" handelt es sich dabei um eine "nichtliturgische Kopfbedeckung des Papstes; im Sommer aus Seide, im Winter aus rotem Samt und hermelinverbrämt" – eine nüchterne Definition, die dennoch einen kleinen Haken hat: das Wörtchen "hermelinverbrämt".
Der katholische Katechismus stellt zwar fest, dass sich die Menschen der Tiere zur Herstellung von Kleidern bedienen dürfen (Nr. 2417). Zugleich jedoch ist dieses „hermelinverbrämt“ im Grunde ein unangenehmes, um nicht zu sagen unanständiges Wort angesichts neuerer tierethischer Ansätze, die es auch innerhalb der christlichen Theologie gibt.
Vor rund fünfzehn Jahren hat der italienische Franziskanermönch Nazareno Fabretti ein Buch geschrieben, in dem er verschiedene Tiere – sozusagen – zu uns Menschen sprechen lässt.
Er versetzt sich dabei in die Lage des jeweiligen Tieres und verleiht ihm eine Stimme: einem Löwen und einem Affen, einem Hund und einer Katze, einer Biene und einer Grille, sogar einer Hyäne und einer Gelse. Auch ein Hermelin wendet sich in Fabrettis Buch „direkt“ an die Menschen – stellvertretend für alle jene Pelztiere, die menschlicher Eitelkeit, Prunksucht und Geldgier zum Opfer fallen.
Fabrettis Hermelin beschwert sich über seine menschlichen Brüder und Schwestern wie folgt: "Gewalt, Ehrgeiz und Selbstsucht von Männern und Frauen haben dazu geführt, dass Hermeline tierquälerisch gezüchtet, mit Fallen gefangen und brutal getötet werden."
Die schlimmste ...
In Österreich sind Pelztierfarmen zwar seit 1998 verboten, und zahlreiche Kaufhäuser bieten nur noch alternative Webpelze an. Doch es gibt andererseits auch einen neuen Trend zu edlen Fellen als Statussymbol. Ein Nobelkürschner erklärte vor kurzem: "Zurzeit laufen sehr gut hochwertige Pelzmäntel und Jacken – etwa aus Rotfuchs oder aus Hermelin."
Benedikt XVI. liegt demnach mit seinem alten hermelinverbrämten Hut im Mode- Trend. Warum auch nicht? Die Sensibilität der Christenheit für das Leid der Tiere hält sich ja ganz allgemein gerade zu christlichen Hochfesten wie Weihnachten in Grenzen.
Tiere werden vor und zu Weihnachten millionenfach grausam gequält und getötet: Hühner und Truthähne in Tierfabriken gezwängt, Gänse und Enten mit salzhaltigem Maisbrei mittels Eisenrohr zwangsgefüttert, Hasen und Fasane Wild auf Treibjagden gehetzt und abgeknallt, Hummer lebend in siedendes Wasser getaucht, Fische in Schleppnetzen vernichtet und in Aquakulturen gepfercht.
Tiere werden als Material für Pelzmäntel lebenslang gequält und als Versuchsobjekte für Kosmetika grausam gefoltert, als unliebsames Weihnachtsgeschenk im Hausmüll entsorgt, und schließlich – nach allen Qualen der Massentierhaltung und des Tiertransports – braven Wohlstandsbürgern als Festtagsbraten zur Vertilgung vorgesetzt. Hinzuweisen ist allerdings darauf, dass es auch in der Geschichte des Christentums immer wieder Menschen gab, die Tierleid achtsam wahrgenommen und sich dagegen ausgesprochen haben.
... aller Irrlehren
Neben dem hl. Franz von Assisi sind beispielsweise der hl. Richard von Chichester zu nennen, Johannes Ude und Eugen Drewermann, William Cowherd und Humphrey Primatt.
In seiner 1776 veröffentlichten Dissertation On the Duty of Mercy and the Sin of Cruelty to Brute Animals schrieb Reverend Primatt: „Zu welcher Religion wir uns auch immer bekennen, Grausamkeit ist Atheismus. Wenn wir uns auch noch so sehr zum Christentum zugehörig fühlen, Grausamkeit ist Unglauben." Und: "Grausamkeit gegenüber Menschen und Tieren ist die schlimmste aller Irrlehren." (DER STANDARD, Printausgabe, 24./25./26.12.2005)
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die so oft vor den Peek- und-Cloppenburg-Geschäften steht (in lederschuhen, btw.) und Tamtam wegen der "verbrecherischen" Verwendung von Tierfellen zur Bekleidung macvht, wobei eigenartigerweise immer der Name "Peek und Cloppenburg" besonders deutlich ausgesprochen wird, also die Vermutung naheliegt, daß die eigentlich eh für diese Firma Werbung machen...
Ichgfreu mich auf den Tag, an dem irgend einer wieder einmal auf die Idee kommt, einen Pelz zu besprayen, geschnappt wird und vom Gericht dazu verurteilt wird, den Schaden materiell zu ersetzen, also der Gschädigten einen neuen Pelz zu zahlen.
NB: Webpelze sind aus umweltschädlichen Materialien (insbesondere bei der Entsorgung!!) und halten einen Bruchteil der Zeit eines Echtpelzes.
Der Papst thematisiert weltweite Ungerechtigkeiten spricht die Armut an; er ruft sogar zum Aufbau einer "neuen Weltordnung".
Alles Themen, die, ernstgenommen, doch mehr Stoff zur Auseinandersetzung für einen Professor der Ethik (!) bieten könnten als ein altes Fellmützerl.
Wahrlich ein heisses Eisen der Gegenwart - untermauert mit einer topaktuellen Diss aus dem Jahre 1776.
Vorwärts, liebe Theologieprofessoren - so werden wir es packen !
Einer wie Ratzinger versteht darunter wohl: mehr Macht für die Kirche. Seiner Sorge über die Armut in der Welt gibt er Ausdruck, indem er zeigt, was der Vatikan so an Gold, Samt und Seide hat. Das ist nun der sechste Papst, den ich erlebe, und der einzige, der vielleicht ein Herz für die Menschen hatte, kam ein paar Wochen nach seiner Thronbesteigung rätselhaft plötzlich ums Leben. Nirgendwo in der Welt gibt es so viele und so große Heuchler wie im Vatikan und seinen Filialen.
Schauen Sie sich dieses Video an, damit Sie mal sehen wie Tiere bei lebendigem Leib zur Pelzgewinnung gehäutet werden. Was es da zu sehen gibt übersteigt jede Vorstellung von Grausamkeit, aber für Sie ist das ja nicht einmal ein Thema, über das es sich zu sprechen lohnt.
http://www.pelzfarm.de/index.php... 50,0,0,1,0
die Kätzchen werden, damit das Fell besser abgeht, bei lebendigem Leib und völlig ohne Betäubung in siedend heißes Fett geworfen. Ein Anblick von unfassbarer Grausamkeit. Der Tod kommt langsam und unter schrecklichen Qualen. Das Kätzchengericht gilt unter "Gourmets" als Leckerbissen und die Felle der gemarterten Tiere landen bei uns in den Modegeschäften. Ein Kamerateam des ZDF hat den Horror filmisch festgehalten. Anbei der Link zur Seite mit dem Video.
http://www.zdf.de/ZDFde/inh... 23,00.html
Solange es so vielen Menschen so schlecht geht wie heute, interessiert es mich ehrlich gesagt einen feuchten Dreck, welche Tiere in ein altes Fellhauberl hineinverarbeitet worden sind. Wem Tiere mehr wert sind als Menschen, bei dem sind ein paar ethische Basisvariablen falsch gesetzt.
solange es irgendwo auf der Welt Menschen gibt, denen es schlecht geht (meist wegen anderen Menschen) darf man also Tiere abschlachten, quälen, benutzen?
Ist Ihnen bewußt, dass man eine Grausamkeit nicht mit anderen Grausamkeiten aufrechnen kann? Muss jeder, der für Tierschutz eintritt auch jedesmal groß dazuschreiben, dass er auch gegen die Grausamkeiten ist, die an Menschen verübt wird?
Und wann haben Sie denn das letzte Mal was für die Menschen getan, denen es heute schlecht geht?
Die angeprochenen ethischen Basisvariablen (alleine dieser Ausdruck zeugt schon von einem technokratischem Weltbild) sind ev. bei Ihnen nicht vollständig vorhanden, aber kritisieren Sie nicht andere, denen die Ethik über die eigene Art hinaus etwas bedeutet
waren immer noch nicht in pekung um dagegen zu demonstrieren ...
das allein wäre ja schon ein grund dem kommunismus auf ewig abzuschwören.
.. und das nach dem papstauftritt. da gilt das gleiche für religion. man bekommt ja har keinen halt mehr im leben!
mfg
johann potakowskyj
als die weihnachtsmann - kopfbedeckung des großinquisitors? beschäftigt euch lieber mit dessen aussagen!
ps: wieso weihnachtsmann - outfit, das ist doch angeblich amerikanischstämmige unkultur! als christkind verkleidet käme er wahrscheinlich besser rüber, oder doch nicht?
tja es ist eh klar, man sucht sich wieder ein thema, wo man die kirche kritisieren kann. und sei es am mützerl des papstes. so etwas ist echt kindisch. wie alt benedikts hauberl ist, fragt natürlich keiner! vielleicht existiert es ja schon jahre, oder jahrzehnte! aber als guter journalist braucht man natürlich nicht nach fakten suche, hauptsache die kirche kriegt eins, achja, aufs mützerl!
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