Ein Sandhang für die Hornotter

30. Dezember 2005, 18:09
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Zum Schutz des seltenen und bedrohten Tieres

Der Naturpark Südsteirisches Weinland geht fast nahtlos in das slowenische Weingebiet über. "An der steirisch-slowenischen Grenze wurde das "Grüne Band" immer schon gelebt, auch zur Zeit des Eisernen Vorhangs", erklärt Johannes Gepp, Obmann des steirischen Naturschutzbundes.

Die Landschaft des über 400 Quadratkilometer großen Naturparks selbst ist hügelig, mit Wald und Trockenrasen bewachsen. Dazu Weinberge, wohin das Auge blickt. Das Klima ist mild, Weinwirtschaft und Tourismus blühen. Gut möglich, dass ein Urlauber auf jenem Wanderweg spaziert, auf dessen Mitte die Staatsgrenze verläuft. Das wäre an und für sich noch nicht außergewöhnlich, würde an diesem Weg nicht ein besonderer Bewohner hausen: die Sandviper - eine seltene und giftige Schlange.

Nachtaktiv

Sie wird auch Hornotter genannt und lebt in trockenem, steinigem Buschland und lichten Wäldern. Sie ist nachtaktiv, kann tagsüber aber gelegentlich dabei beobachtet werden, wie sie sich in der Sonne wärmt. Ihre Beutetiere tötet sie durch Giftbiss. Obwohl die Schlange Angst einflößend aussieht, ist sie nicht aggressiv. Bei Bedrohung versucht sie in der Regel zu fliehen. Ihr Gift ist für Menschen nicht gefährlich.

Um den Schutz des seltenen und bedrohten Tieres zu gewährleisten, hat der steirische Naturschutzbund bei Spielberg einen Sandhang gekauft. "Es gibt die Sandviper in der Steiermark sonst nirgendwo, nur an diesem Grenzweg", unterstreicht Gepp die Bedeutung der Schlange und ihres Lebensraums. (max, DER STANDARD, Print, 24./25./26.12.2005)

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