Defizit belastet Scala

30. Dezember 2005, 13:05
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Intendant Stéphane Lissner muss trotz steigender Besucherzahlen sparen: In drei Jahren sollen Ausgabenkürzungen dann auf zehn Prozent ansteigen

Mailand - Intendant Stéphane Lissner muss an der Mailänder Scala sparen. 5,7 Millionen Euro muss er für die Finanzierung der Aktivitäten 2006 auftreiben, nachdem die Regierung Berlusconi die Ausgaben im Kulturbereich stark reduziert hat. Vor dem Aufsichtsrat des Theaters bekundete Lissner, dass er im kommenden Jahr die Ausgaben um 2,5 Prozent reduzieren müsse, berichtete die Wirtschaftszeitung Sole 24 Ore.

In drei Jahren sollen die Ausgabenkürzungen dann auf zehn Prozent ansteigen; das Personal soll nicht betroffen sein. Nicht nur die Scala ist mit Schwierigkeiten konfrontiert. Die Opernhäuser Italiens müssen sich 2006 180 Millionen Euro teilen, im Jahr 2003 hatten sie noch 242 Millionen zur Verfügung.

Dabei ist 2005 die Zahl der Besucher von 2,5 Millionen auf 2,7 Millionen und der finanzielle Beitrag von Privaten um 12,26 Prozent gestiegen. Sogar die Eigeneinnahmen kletterten um 7,8 Prozent. Gegen die Einsparungen planen die italienischen Opernhäuser im Jänner einen Protest. Bereits im Oktober hatten sie einen Tag gestreikt. Nun sind neue Streiks geplant. (APA/DER STANDARD, Printausgabe, 24./25./26.12.2005)

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