Bürgermeister: Bethlehem ist "ein großes Gefängnis"

25. Dezember 2005, 14:21
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Victor Batarseh sieht Tourismus durch israelischen Sperrwall gefährdet

Bethlehem/Würzburg - Der christliche Bürgermeister von Bethlehem, Victor Batarseh, sieht den Tourismus in seiner Stadt gefährdet. Durch die israelische Sperranlage und einen Kontrollpunkt sei ein Viertel der Stadt "schon ein Getto geworden", Bethlehem sei "insgesamt ein großes Gefängnis", sagte Batarseh der im deutschen Würzburg erscheinenden Zeitung "Tagespost" (Samstag-Ausgabe) laut einer Vorausmeldung. Der Besuch von Christen in der Stadt stelle "eine große Herausforderung dar für die israelische Politik der Isolierung und Demütigung des palästinensischen Volkes".

Allein in den vergangenen 15 Jahren haben laut Batarseh 42 Prozent der palästinensischen Christen Bethlehem verlassen. Der als Kandidat der marxistischen PFLP ("Volksfront für die Befreiung Palästinas") zum Stadtoberhaupt Gewählte hofft dennoch auf ein gutes Jahr 2006, insbesondere was die Parlamentswahlen in Israel und bei den Palästinensern betrifft. Diese könnten Regierungen bringen, "die sich zusammensetzen und über den Frieden reden". Er fügte hinzu: "Wir, das palästinensische und das israelische Volk, brauchen keine Mauern, sondern Brücken. Lasst uns verhandlen, anstatt uns abzukapseln."

Schon zuvor hatte Batarseh beklagt, dass seine Stadt aus der christlichen Welt keine politische oder wirtschaftliche Unterstützung bekommt. "Die militärische Besatzung, die Reisebeschränkungen, Schikanen an den Militärkontrollpunkten und die illegale israelische Mauer um Bethlehem werden zu einem Zusammenbruch unserer Wirtschaft führen", warnte er. Auch den Tourismus, die Haupteinnahmequelle der Stadt, sieht er deshalb gefährdet. (APA/dpa)

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