Neue Pläne für Ostbahn-Ausbau

28. Dezember 2005, 08:44
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Ab 2011 30-Minuten-Bahnverbindung zwischen Flughäfen Wien und Bratislava angedacht -Götzendorfer Schleife bis 2011

Wien - Verkehrsstaatssekretär Helmut Kukacka (V) plädiert für einen rascheren Ausbau der Ostbahn, wenn der Flughafen Schwechat den Airport Bratislava bekommt. Man werde eine schnellere Schienenverbindung zwischen Wien und Preßburg deutlich beschleunigen, wenn der Flughafen Wien den Zuschlag erhalte, erklärte der Staatssekretär am Freitag in einer Aussendung.

Die Gesamtkosten für den Ausbau werden auf österreichischer Seite auf knapp 200 Mio. Euro geschätzt. Die ÖBB haben bereits eingereicht, den Ausbau der Schleife Götzendorf und den Ausbau des Marchegger Astes bis 2011 vorzuziehen. Die Genehmigung des dafür erforderlichen neuen Rahmenplanes durch das Finanzministerium ist allerdings noch ausständig.

Der Ausbau des Marchegger Astes soll die Fahrzeit zwischen Wien und Bratislava weiter verkürzen, auf deutlich unter eine Stunde. Die Strecke vom Bahnhof Wien zum Hauptbahnhof Bratislava über den Marchegger Ast soll nur mehr rund 40 Minuten dauern, zwischen Flughafen Wien und Flughafen Bratislava nur mehr 30 Minuten.

Elektrifizierung

Der Ausbau um rund 79 Mio. Euro besteht einerseits aus einer durchgehenden Elektrifizierung der Strecke zwischen Gänserndorf über Marchegg nach Bratislava, die bis 2008 realisiert werden soll. Damit ergibt sich eine durchgehend elektrifiziert geführte Strecke von Wien-Nord nach Bratislava. Die Kosten belaufen sich auf 10,5 Mio. Euro. In einer zweiten Etappe erfolgt eine Elektrifizierung und ein Kapazitätsausbau zwischen Hausfeldstraße und Marchegg Grenze über den Marchegger-Ast, der laut derzeitiger Planung bis 2014 realisiert werden solle. "Dazu finden gegenwärtig Verhandlungen zwischen Bundesregierung und ÖBB zur Vorziehung diese Maßnahme bereits auf 2011 statt", erklärte Kukacka.

Auch der Neubau der Götzendorfer Schleife könnte bis zum Jahr 2011 bereits abgeschlossen sein und würde dann eine durchgehende elektrifizierte Hochleistungsverbindung zwischen Flughafen Wien und Bratislava darstellen, so Kukacka am Freitag weiter. Es sei wesentlich für den Betrieb einer effizienten Schienenverbindung zwischen Wien und Bratislava, dass die Errichtung der Götzendorfer Schleife als Flughafenverbindung südlich der Donau und der Ausbau des Marchegger Astes nördlich der Donau zeitgleich bis 2011 realisiert werden. "Damit entsteht ein Ringverkehr zwischen Wien und Bratislava nördlich und südlich der Donau", betonte Kukacka.

Götzendorfer Schleife

Die Götzendorfer Schleife soll künftig die Einbindung des Flughafens Wien-Schwechat in die internationale Verbindung zwischen Wien und Bratislava gewährleisten. Die Streckenführung verläuft vom Wiener Südbahnhof (künftig Bahnhof Wien) über den Flughafen Wien, zur neuen Schleife Götzendorf und von dort weiter über die bestehende Ostbahn nach Bratislava. Die Kosten für die Realisierung der 12 km langen Neubaustrecke vom Schwechater Flughafen-Bahnhof zur Ostbahn (Spange Fischamend - Götzendorf) nach Bratislava-Petrzalka werden auf rund 105 Mio. Euro geschätzt.

Wegen des rasanten Wirtschaftswachstums der Region um Bratislava sei eine "Attraktivierung der Schienenverbindungen zwischen den beiden nur 60 Kilometer von einander entfernten 'Twin Cities' von zentralem Interesse" für die wirtschaftliche Entwicklung und den Standort. Rund zwei Millionen Menschen lebten in Wien und Umgebung, weitere 500.000 in Bratislava, wovon 20.000 täglich die Grenze zwischen Wien und Bratislava passieren. 10 Prozent davon, also 2.000 Personen, reisten zum Flughafen Schwechat. Laut Berechnungen der ÖBB wird der Bedarf massiv ansteigen. So könnten in 15 Jahren 40.000 Personen täglich zwischen Wien und Bratislava unterwegs sein, davon rund 10.000 zum Flughafen.

Die gestrige Entscheidung der Privatisierungskommission zu Gunsten des Konsortiums TwoOne um den Flughafen Wien sei "ein schöner Erfolg" für den Flughafen Wien. Ein Zuschlag wäre "eine enorme Chance für Österreich", denn der Großraum Wien-Bratislava zähle zu den großen Hoffnungsregionen Europas, so Kukacka.

Die Flughafen Wien AG rechnet bis zum Jahr 2010 für beide Flughäfen mit einem Passagieraufkommen von zusammen 30 Millionen Passagieren. Das bedeutet gegenüber heute - Wien rund 16, Bratislava rund 1,2 Millionen - eine Steigerung von 75 Prozent in nur fünf Jahren. (APA)

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