Neuer Therapieansatz gegen bösartigen Hirntumor

30. Dezember 2005, 17:48
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Deutsche Studie: Kombinierte Wirkstoffe verlängern Leben

Berlin - Eine neue Therapie kann offenbar die Lebensdauer von Patienten mit bösartigem Hirntumor verlängern. Wissenschafter des Helios Klinikums Berlin-Buch sind bei der Suche nach einer wirkungsvollen Therapie gegen den so genannten Glioblastom, dem häufigsten Hirntumor, eigenen Angaben zufolge einen großen Schritt voran gekommen.

Die Forscher behandelten Patienten, die als austherapiert galten, mit einer Wirkstoffkombination aus den Mitteln Taxol und Carboplatin. Während einer Operation wurde ihnen die Taxon-Carboplatin-Kombination implantiert. Das Ergebnis: Die Probanden überlebten im Durchschnitt weitere 193 Tage. "Diese Überlebenszeit liegt deutlich über den bisher publizierten Literaturdaten", erklärte der Neurochirurg Jürgen Kiwit.

Ein großes Problem bei der Behandlung des Glioblastoms ist, dass sich die Tumorzellen sehr früh im gesunden Hirngewebe festsetzen. Dort entziehen sie sich im Schutz der Blut-Hirn-Schranke einer Therapie durch systematisch eingesetzte Chemotherapeutika. Mittels der von Forschern genutzten Methode hingegen werden die beiden Wirkstoffe nach der Implantation über einen Zeitraum von einigen Stunden bis wenigen Tagen freigesetzt. (APA/AP)

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