Lustdämpferin Anti-Baby-Pille

23. Dezember 2005, 13:21
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Verantwortlich könnte laut US-Studie das Protein SHBG sein

Washington - Die Einnahme der Anti-Baby-Pille kann zu langfristigen sexuellen und psychischen Problemen führen. Verantwortlich dafür sind laut einer US-Studie erhöhte Werte des Proteins SHBG (Sexualhormon-bindendes Globulin), das an das Sexualhormon Testosteron bindet.

Auch nach dem Absetzen der Pille bleiben die SHBG-Werte längerfristig erhöht, was die Menge an ungebundenem Testosteron im Körper verringert. Dies könnte die Beobachtung erklären, dass die Pille bei vielen Frauen das sexuelle Verlangen dämpft.

Studie

Die ForscherInnen aus Denver untersuchten insgesamt 124 Frauen, die seit mehr als sechs Monaten über sexuelle Probleme klagten. Bei den Nutzerinnen der Anti-Baby-Pille lagen die SHBG-Konzentrationen vier Mal höher als bei den Frauen, die die Pille nie genommen hatten. Bei denjenigen Patientinnen, die die Pille absetzten, gingen die Werte zwar zurück, waren aber auch noch ein halbes Jahr später erhöht. Möglicherweise führt die Einnahme der in der Pille enthaltenen synthetischen Östrogene bei manchen Frauen zu einer dauerhaften verstärkten SHBG-Produktion in der Leber.

Die Untersuchungsleiterin Claudia Panzer rät ÄrztInnen in der Zeitschrift "The Journal of Sexual Medicine", Frauen vor dem Verschreiben der Pille auf dieses Risiko hinzuweisen. Zudem sollten sie bei Patientinnen mit Sexualproblemen daran denken, dass die Pille dabei eine Rolle spielen könnte. (APA/AP)

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    Auch nach dem Absetzen der Pille bleiben die SHBG-Werte längerfristig erhöht.
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