Kolportiert: Inode unmittelbar vor Verkauf

27. Dezember 2005, 15:06
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Der alternative österreichische Internetanbieter Inode soll verkauft werden - Kaufpreis laut Branchenkreisen rund 100 Millionen Euro

Wien - Die Konsolidierung am österreichischen Telekom-Markt schreitet weiter voran. Der alternative österreichische Internetanbieter Inode soll verkauft werden, erfuhr die APA aus Branchen-Kreisen. Demnach soll der Deal bereits gestern, Donnerstag, unter Dach und Fach gebracht worden sein.

In den Kreisen ist von einem Kaufpreis von rund 100 Mio. Euro die Rede. Das Inode-Management hat für heute, 11 Uhr, eine unternehmensinterne Sitzung einberufen. Davor wollte eine Unternehmenssprecherin keine Stellungnahme zu den Spekulationen abgeben.

Wer Inode kauft, ist noch nicht bekannt. UTA/Tele2 und eTel sind es laut APA-Recherche nicht, auch Telekom Austria (TA) und T-Mobile Austria haben auf Anfrage entsprechende Kaufabsichten dementiert. Aus dem Mutterkonzern von T-Mobile in Bonn, der Deutschen Telekom, war vorerst keine Stellungnahme erhältlich - ebenso wenig von den Mobilfunkanbietern One und Hutchison (Drei), denen ebenfalls Interesse an Inode nachgesagt wurde.

Börsepläne

Inode hatte sich seit Monaten auf einen Verkauf vorbereitet. Ursprünglich sollte das Unternehmen an die Börse gebracht werden. Noch im September hatte Inode-Chef Michael Gredenberg die Börsenpläne seines Unternehmens bekräftigt.

Derzeit gehören Gredenberg und Peter Augustin, die Inode gemeinsam 1996 gegründet haben, noch 42,7 Prozent des Unternehmens. Rund 30 Prozent halten die beiden Risikofinanzierer Global Equity Partners (GEP) und Gamma Capital Partners (GCP), die seit einem Jahr an Board sind. Der Rest gehört kleineren Investoren vor allem aus dem Inode-Management.

Inode beschäftigt 300 Mitarbeiter und hatte zum Halbjahr etwa 95.000 Internet-Kunden. Für das Gesamtjahr 2005 hat das Unternehmen zuletzt 53 bis 55 Mio. Euro Umsatz (nach 37 Mio. Euro 2004) vorausgesagt. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) soll heuer von 1,5 auf 6 Mio. Euro steigen. Seit Juli diesen Jahres hat Inode eine strategische Kooperation mit T-Mobile Austria. Deren Schwesterunternehmen T-Online hatte sich Mitte 2004 aus dem österreichischen Internet-Provider-Markt zurückgezogen. (APA)

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