Immer weniger Naturwissenschafts- Absolventen in Österreich

20. März 2006, 12:04
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Als einziger EU-Staat neben Deutschland mit rückläufiger Zahl - Auch leichter Rückgang bei Ingenieuren

Wien - Die Zahl der Hochschulabsolventen in den Naturwissenschaften, Mathematik und Informatik ist in Österreich zwischen 1998 und 2003 stark zurückgegangen. Dies zeigt eine Erhebung von Eurostat. Demnach verzeichnet Österreich ein Minus von 18 Prozent in diesem Bereich. Alle anderen EU-Länder außer Deutschland (minus elf Prozent) und Ungarn (minus ein Prozent) hatten 2003 mehr Naturwissenschafts-, Mathe- und Informatikabsolventen als fünf Jahre davor.

So hat sich etwa in Polen (plus 231 Prozent), Malta (plus 200 Prozent) und Lettland (plus 197 Prozent) die Anzahl der Absolventen in dieser Fächergruppe zwischen 1998 und 2003 verdreifacht, in der Slowakei (plus 132 Prozent), Tschechien (plus 126 Prozent) und Litauen (plus 111 Prozent) mehr als verdoppelt. Hohe Zuwachsraten verzeichnen auch das Nicht-EU-Mitglied Norwegen (plus 80 Prozent), Dänemark (plus 60 Prozent) Großbritannien (plus 58 Prozent) und Schweden (plus 57 Prozent). Die EU-25 kommen zusammen auf ein Plus von 36 Prozent, die USA auf plus 45,3 Prozent.

Kleine Zuwächse

Etwas anders sieht es bei den Absolventen im Ingenieurswesen, Fertigung und Bauwesen aus. Zwar verzeichnete Österreich zwischen 1998 und 2003 auch in diesem Bereich ein Minus - es fällt mit zwei Prozent aber geringer aus als in Staaten wie Zypern (minus 47 Prozent), Norwegen (minus 20 Prozent) und Deutschland (minus 14 Prozent). Starke Zuwächse gab es dagegen in Malta (plus 158 Prozent), der Slowakei (plus 97 Prozent), Schweden (plus 72 Prozent), Estland (plus 66 Prozent), Polen (plus 65 Prozent), Italien (plus 63 Prozent), Litauen und Portugal (jeweils plus 53 Prozent). Die EU-25 hatten einen Zuwachs von insgesamt 19 Prozent, die USA von drei Prozent.

Bei der Veränderung der Anzahl aller Absolventen zwischen 1998 und 2003 kann Österreich mit einem Plus von zehn Prozent zwar einen Zuwachs verzeichnen - dieser liegt aber weit unter dem EU-Schnitt von plus 32 Prozent. Ihre Gesamt-Absolventenzahl verdoppelt haben Polen (plus 106 Prozent) und Lettland (plus 99 Prozent), die Slowakei kommt auf plus 83 Prozent, Litauen auf plus 80 Prozent und Italien auf plus 61 Prozent. Ein Minus gab es in Norwegen (minus 23 Prozent), Deutschland (minus sechs Prozent) und Finnland (minus ein Prozent) Zum Vergleich: Die US-Hochschulen produzierten 2003 um 14 Prozent mehr Absolventen als 1998. (APA)

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    Alle EU-Länder außer Österreich, Deutschland und Ungarn hatten 2003 mehr Naturwissenschafts-, Mathe- und Informatikabsolventen als fünf Jahre davor.

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