Rumsfeld kündigt leichte Reduzierung der US-Truppen an

25. Dezember 2005, 11:37
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Verteidigungs­minister spricht jedoch gleichzeitig von Erhöhung der Truppen, die die irakische Armee ausbilden

Falluja - Die USA haben eine baldige Truppenreduzierung im Irak angekündigt. Verteidigungsminister Donald Rumsfeld sagte am Freitag auf einem Militärstützpunkt bei Falluja, Präsident George W. Bush habe eine Kürzung von 17 auf 15 Kampfbrigaden genehmigt.

Das entspricht etwa 8.000 bis 10.000 Soldaten. Hintergrund sei, dass die Regierung des Irak zunehmend selbst die Verantwortung übernehme, so Rumsfeld. Die Zahl der Soldaten, die an der Ausbildung der irakischen Sicherheitskräfte beteiligt seien, werde jedoch erhöht.

Die US-Regierung steht zunehmend unter Druck, möglichst schnell möglichst viele Truppen nach Hause zu holen. Am Vortag hatte Großbritanniens Premier Tony Blair einen Abzugsbeginn der britischen Soldaten in einem halben Jahr in Aussicht gestellt.

150.000 Soldaten

Die USA haben gegenwärtig etwa 150.000 Soldaten im Irak stationiert. Das Verteidigungsministerium hat bereits eine Reduzierung auf 138.000 angekündigt, eine Rückkehr zu dem Stand von vor den irakischen Parlamentswahlen am 15. Dezember.

Rumsfeld kündigte an, der Abzug der zwei Brigaden werde im Frühling 2006 abgeschlossen sein. "Die heute angekündigte Anpassung trägt dem Fortschritt des irakischen Volks bei der Übernahme von zusätzlicher Verantwortung für ihr Land Rechnung", sagt er vor mehreren hundert US-Soldaten. "Wir erwarten irgendwann im Jahr 2006 Gespräche auf Koalitionsebene über den Stand der Truppen, nachdem die neue irakische Regierung im Amt ist und bereit ist, über die Zukunft zu sprechen." Rumsfeld war am Donnerstag zu einem Überraschungsbesuch im Irak eingetroffen.

Kein konkreter Zeitplan

Auf Anfrage eines Soldaten sagte Rumsfeld, die USA hätten bis dato keine Pläne, permanente Stützpunkte im Irak einzurichten. Die Frage sei noch nicht mit den irakischen Behörden besprochen worden. "Bisher gab es niemanden, mit dem wir darüber hätten reden können", sagte Rumsfeld.

Die US-Regierung hat Forderungen nach einem konkreten Zeitplan für einen Abzug der US-Truppen stets zurückgewiesen. Sie argumentiert, dass dies die Aufständischen zum Durchhalten ermutigen würde. Stattdessen hat sie als Kriterium die Fähigkeit der Iraker genannt, selbst für ihre Sicherheit zu sorgen. Der Hauptverbündete der USA im Irak-Krieg, Großbritannien, hat sich der Vorgehensweise angeschlossen. Zur Zeit sind im Irak etwa 8.000 britische Soldaten stationiert. (APA/Reuters)

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    "Präsident (George W.) Bush hat bei den US-Kampftruppen im Irak eine Kürzung von 17 auf 15 Brigaden genehmigt", sagte US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld bei einem Überraschungs­besuch im Irak.

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