Ein Schiff wird kommen

27. Dezember 2005, 13:22
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"MS Supamira", ein Film-Tanz-Musik- Ausstellungs-Undsoweiter-Schiff, soll schon im Sommer beim Hermannstrand anlegen

Natürlich ist es nicht leicht, 10.000 Aktionäre zu finden. Noch dazu im Umfeld des Kulturkonzeptionisten Tano Bojankin und des Fotografen Wolfgang Thaler - der jungen, notorisch finanzschwachen Wiener Kunstszene. Trotzdem, sind die beiden sicher, wird es die "MS Supamira" geben. Im Optimalfall könnte das Güterschiff schon im Sommer beim Hermannstrand am Donaukanal anlegen. Die Supamira soll ein Film-Tanz-Musik-Ausstellungs-Undsoweiter-Schiff werden, das ein "europäisch-nautisch-kulturelles Netzwerk" schafft und beschifft. "Die Idee", erklärt Bojankin, "stammt aus Belgrad. Dort gibt es eine lebendige Schiffszene - allerdings liegen dort alle still." Weil aber Kauf und Adaption eines fahrtüchtigen 70-Meter-Kahns eine Million Euro kosten, soll eine AG helfen: Die "Aktien" (gestaltet von Tex Rubinowitz) sind ab sofort zum Stückpreis von 99,99 Euro zu haben, "dafür ist man dann echter Teil-Eigner eines Schiffes. In Österreich ist Seed-Financing aber leider noch ziemlich unbekannt." Und weil man nicht warten wollte, bis das Schiff da ist, baten Bojankin und Thaler Mittwochabend im Wiener "Futuregarden" die dortige Galerie-Mitarbeiterin Li Tasser, die Schiffstaufe vorzunehmen - wenn auch nur am Plakat. Schließlich muss man auch das geübt haben, um es dann am echten Schiff zu können. (DER STANDARD - Printausgabe, 23. Dezmeber 2005)
  • Nautische Taufe: Thaler, Tasser und Bojankin (v. li.) wollen die Supamira AG vom Stapel lassen.
    foto: thomas rottenberg

    Nautische Taufe: Thaler, Tasser und Bojankin (v. li.) wollen die Supamira AG vom Stapel lassen.

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